Blancpain Fifty Fathoms Automatique 42

Eine echte Legende

September 2025. Die richtigen Ikonen der Uhrmacherei lassen sich wahrscheinlich an einer oder zwei Händen abzählen. Eine davon ist die Blancpain Fifty Fathoms Automatique! In diesem Beitrag nehmen wir die Taucheruhr mit 42-mm-Gehäuse aus Edelstahl unter die Lupe.

Ikonische Taucheruhr von Blancpain

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Die Fifty Fathoms ist die Taucheruhr von Blancpain, einer der ältesten Uhrenmarken, die es gibt. Gegründet wurde die Marke, die ehemals Rayville SA hieß, laut Swatch Group, der heutigen Besitzerin bereits 1735, im Schweizerischen Villeret. In der Quarzkrise der 1970er-Jahre wurde der Betrieb von Blancpain jedoch eingestellt und erst 1983 von Jean Claude Biver und Jacques Piguet zu neuem Leben erweckt.

Materialien und Verarbeitung

Blancpain Fifty Fathoms Automatique 42
Getragen am Kautschukband, im Stil der «Tropical-Armbänder» der 1950er-Jahre kommt die Fifty Fathoms Automatique 42 aus Edelstahl dem Originalmodell optisch sehr Nahe – ist allerdings deutlich besser verabeitet als damals.

Das gezeigte Modell heißt Fifty Fathoms Automatique 42 und hat einen Durchmesser von genau 42,3 mm und misst 14,3 mm in der Höhe. Letzterer Wert kommt besonders durch das stark gewölbte Saphirboxglas zustande. Aber nicht nur das Glas besteht aus dem besonders kratzfesten Material, sondern auch die Lünette ist mit einer Einlage aus Saphirkristall ausgestattet. Dadurch ergibt sich eine sehr abgerundete und haptisch ansprechende Oberfläche.

Blancpain Fifty Fathoms Automatique 42 Detailfoto Datumsanzeige Automatikuhr aus Edelstahl
Die Datumsanzeige sitzt zwischen den Stundenmarkern für «4» und «5», wodurch keine der schönen Appliken geopfert werden musste.

Das schwarze Zifferblatt ist mit einem subtilen Sonnenschliff verziert und trägt aufgesetzte Stundenmarker, die um Ziffern für 12, 3, 6 und 9 ergänzt werden und jeweils mit Leuchtmittel ausgelegt sind. Das gleiche gilt auch für die breit auslaufenden Zeiger für Stunden und Minuten sowie der Spitze des Sekundenzeigers, der zudem mit einer roten Lackierung an der Spitze versehen ist.

Nachleuchtmittel der Fifty Fathoms Lume Shot SuperLuminova
Nicht nur Zeiger, Stundenmarker und Ziffern sind mit SuperLuminova ausgelegt, sondern auch die Markierungen unter der Saphirglas-Einlage der Lünette.

Und auch die Markierungen unter dem Saphirglas der Lünette sind mit Leuchtmittel ausgelegt. Dabei setzt Blancpain auf grünes SuperLuminova als Leuchtmittel, welches die Ablesbarkeit – auch im Dunkeln entschieden verbessert. Eine Datumsanzeige zwischen vier und fünf Uhr ergänzt die Funktionalität, ohne eine der schönen aufgesetzten Ziffern zu opfern. Vielleicht hätte man es aber auch ganz weglassen können, denn das Original von 1953 war ebenfalls nicht mit einer Datumsanzeige ausgestattet.

Verschraubbare Krone der Fifty Fathoms 42 aus Edelstahl
Die Schraubkrone auf der rechten Seite der Fifty Fathoms wird von einem Kronenschutz umrahmt.

Die Krone auf der rechten Gehäuseflanke der Fifty Fathoms Automatique wird von einem Kronenschutz vor Stößen geschützt und das Gehäuse ist insgesamt auf Hochglanz poliert. Auf der Rückseite befindet sich bei diesem Modell ein Sichtboden und dadurch ist das Manufakturwerk 1315 von Blancpain sichtbar. Bei der modernen Fifty Fathoms wird es bis zu einem Druck von 30 bar, was 300 Metern entspricht, vor Wasser geschützt.

Fifty Fathoms – Fünfzig Faden

Historische Fifty Fathoms Modelle Erste Fifty Fathoms
Die ersten drei Modelle der Fifty Fathoms erschienen Anfang der 1950er-Jahre.

Historisch ist das weit mehr als der Name Fifty Fathoms impliziert. Dieser leitet sich nämlich von einer Maßeinheit ab, die sogar teilweise noch heute in der englischsprachigen Seefahrt genutzt wird. Die deutsche Übersetzung ist Faden oder auch Klafter und bezeichnet – wie das eben so ist, mit nicht SI-konformen Maßangaben – eine ungefähre Länge beziehungsweise in diesem Fall eine Tiefe.

Ein Faden entspricht ungefähr einem Tausendstel einer Seemeile oder auch zwei Yards, sechs Fuß oder 72 Zoll. In unserem Fall also 1,829 oder 1,852 Meter, je nachdem, wen man fragt. Kein Wunder, denn 6 Fuß oder ein Klafter leiten sich eigentlich von der Spannweite der Arme eines ausgewachsenen Mannes ab. Im Fall der historischen Fifty Fathoms von Blancpain, können wir die Maßangabe mit Fünfzig Multiplizieren und erhalten somit einen Wert von ungefähr 90 Metern. Diese Tiefe galt in den 1950er-Jahren praktisch als maximal erreichbare Tauchtiefe – und bis zu dieser Tiefe sollte die Uhr mindestens dicht sein.

Jean-Jacques Fiechter beim Tauchen
Der ehemalige Generaldirektor von Blancpain, Jean-Jacques Fiechter war Hobbytaucher und hat in den 1950er-Jahren den Anstoß zur Entwicklung einer Taucheruhr gegeben.

Die Idee für die Uhr kam von Jean-Jaques Fiechter. Der passionierte Hobbytaucher – damals noch ein sehr seltener Sport – war zwischen 1950 und 1980 der Generaldirektor von Blancpain. Und in Zusammenarbeit mit Angehörigen der Nageurs de Combat, also Kampftauchern der französischen Armee wurde eine entsprechende Uhr entwickelt. Da andere Uhren zu klein und damit schlecht ablesbar oder auch einfach undicht waren hat Blancpain die Fifty Fathoms und damit die erste moderne Taucheruhr entwickelt. Schon damals übrigens mit einer wasserdichten Krone, auch wenn diese noch nicht verschraubt war und mit dem heute typischen Drehring zur Messung der Tauchzeit.

Rolex Submariner oder Blancpain Fifty Fathoms

In der Uhren-Community ist die Frage nach der ersten modernen Taucheruhr ein heikles Thema. Denn ungefähr zur selben Zeit erschien auch die Rolex Submariner. Mal heißt es die Rolex war früher, mal heißt es, es war die Blancpain. Ob nun 1951, 1953 oder 1954 – je nachdem ob man den Zeitpunkt der Entwicklung, Patentierung oder auch der offiziellen Vorstellung betrachtet. So oder so kamen die Uhren ungefähr zur gleichen Zeit auf den Markt und haben wohl beide die moderne Taucheruhr definiert.

Manufakturkaliber 1315 von Blancpain

Blancpain Fifty Fathoms Automatique 42 Sichtboden Kaliber 1315 Manufakturwerk
Es wäre eine Schande, das fein dekorierte Kaliber 1315 von Blancpain unter einem Massivboden zu verstecken. Trotz Sichtfenster ist die Fifty Fathoms Automatique 42 bis zu einem Druck von 30 bar wasserdicht – deutlich mehr also als 50 Fathoms.

Ein Highlight der Fifty Fathoms ist das verbaute Manufakturkaliber 1315 von Blancpain, denn die Fifty Fathoms ist sowas wie eine Haute-Horlogerie-Taucheruhr. Die Platinen sind mit bogenförmigen Schliffen verziert und sämtliche Kanten sind schwarz poliert bzw. angliert. Die Unruh mit relativ kleinem Durchmesser ist mit Schraubgewichten für die Feinreglage ausgestattet und sitzt an einem eigenen Unruhkloben.

Ihre Spiralfeder besteht aus Silizium, was für eine höhere Effizienz der Hemmung, genauso wie verbesserte antimagnetische Eigenschaften sorgt. Dabei basiert das Werk auf einer Taktfrequenz von 4 Hertz bzw. 28.800 Amplituden pro Stunde und geht nicht den Ausweg einer heruntergetakten Frequenz um die ausgezeichnete Gangreserve zu erreichen.

Unruh mit Siliziumspirale Kaliber 1315 Blancpain
Das Kaliber 1315 von Blancpain ist mit einer Siliziumspirale ausgestattet – die Kanten der Platinen sind schwarzpoliert bzw. angliert.

Insgesamt 35 Lagersteine aus synthetischem Rubin werden verbaut, eine relativ hohe Anzahl für ein Dreizeigerwerk – unter anderem bedingt durch die Konstruktion mit drei Federhäusern. Diese sorgen für eine Gangreserve von standesgemäßen 120 Stunden also ganzen 5 Tagen. Insgesamt werden im Manuakturkaliber 227 Komponenten verbaut und die schönen Verzierungen machen es wirklich sehenswert, deswegen ist es doch schön, dass ein Sichtboden verbaut wurde – auch wenn das natürlich nicht ganz originalgetreu ist.

Rotor aus Massivgold Blancpain Kaliber 1315
Die Schwungmasse des beidseitigen Automatikaufzugs besteht aus 18-käarätigem Massivgold und trägt eine schwarze Beschichtung auf den plastisch zurückgesetzten Flächen.

Wie bei besonders hochwertigen Uhren üblich, besteht die Schwungmasse des Automatikaufzugs aus Massivgold, in diesem Fall einer 18-karätigen Goldlegierung – die auf der Oberfläche schwarz beschichtet ist und in der Mitte mit einer länglichen Aussparung durchbrochen wird. Gold wird für dieses Bauteil übrigens manchmal verwendet, da es auf Grund der hohen Dichte besonders schwer ist und damit für mehr Drehmoment sorgt, wenn es sich in Form des Rotors Richtung Schwerkraft bewegt.

NATO-, Tropical-Kautschuk- oder Gliederband

Sportliche Taucheruhr Ikone von Blancpain Fifty Fathoms Automatique 42
Aufgesetzte Ziffern und Stundenmarker auf dem Zifferblatt sorgen für einen guten Kontrast und fördern die Ablesbarkeit.

Beim Armband gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Neben einem Gliederband aus Edelstahl, was einen heftigen Aufpreis von 2400 Euro kostet, gibt es die Uhr auch an verschiedenen Textilbändern unter anderem an einem Durchzugs- oder NATO-Band. Unser Modell ist mit einem Kautschukband mit Dornschließe ausgestattet – eine Faltschließe hätte es aber auch gegeben. Inspiriert ist das Band von den Tropical-Bändern, die historisch verwendet wurden und ist meiner Meinung nach, neben dem NATO-Band eigentlich auch die richtige Wahl für das Modell.

In der hier gezeigten Ausführung kostet die Uhr 16.700 Euro und ist damit natürlich ein gehobenes Modell. Die Wahl des Gehäusematerials in Edelstahl passt perfekt für die Fifty Fathoms Automatique, die eine der ganz großen Ikonen der Uhrmacherei bleibt, auch wenn sie oft übersehen und unterschätzt wird.

Text: Tobias Schaefer

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