25 Jahre ARMBANDUHREN

Tops und Flops der Uhrentechnik

Was wird aus den Meilensteinen der Uhrentechnik, die uns in schöner Regelmäßigkeit als das Neue und einzig Wahre präsentiert werden? Ein Rückblick auf Entwicklungen der vergangenen 25 Jahre und ihren tatsächlichen Werdegang.

TOP: Großdatum (1994)

Eines der meistdiskutierten technischen Features der Startkollektion von A. Lange & Söhne war das zweistellige Großdatum, ursprünglich patentiert von der Richemont-Konzernschwester Jaeger-LeCoultre. Heute kursieren verschiedene Systeme.

Top: Das Großdatum, hier von A. Lange & Söhne.

FLOP: Mehrachsen-
Tourbillons (2004)

Zu Beginn des neuen Jahrtausends waren Tourbillons mit mehreren in sich drehenden Käfigen, wie etwa das Jaeger- LeCoultre Gyrotourbillon, das Maß aller Dinge. Heute hat man es lieber etwas dezenter oder greift gleich zur Minutenrepetition.

Flop: Mehrachsen-Tourbillons.

TOP: Glasboden (1995)

Heute scheint es uns unvorstellbar, dass Uhrenhersteller ihre mechanischen Preziosen unter blickdichten Metallböden versteckten und Patek Philippe zum Glasboden stets einen Goldboden mitlieferte. Chronoswiss war ein Pionier der Transparenz.

Wurde zum Trend: der gläserne Gehäuseboden, hier von Chronoswiss.

FLOP: Auswechselbares
Echappement (2005)

Gut gemeint ist mitunter das Gegenteil von gut. Die Uhrmacher lehnten das beim Service komplett auswechselbare Echappement als Bevormundung ab – als ob man eine Schraubenunruh nicht selbst einregulieren könnte!

Flop: Auswechselbares Echappement.

TOP: Silizium, LiGA und DRIE (2002)

Als Ulysse Nardin 2002 den ersten «Freak» mit Silizium-Hemmungsrädern und galvanisch erzeugten Zahnrädern vorstellte, winkten Traditionalisten ab. Heute sind Neukonstruktionen ohne Filigranteile aus dem Wafer kaum mehr vorstellbar.

Ulysse Nardin Freak

FLOP: Constant-
Hemmung (2008)

Girard-Perregaux investierte (zu) viel Zeit und Geld in die Serienreife der Flip-Flop-Hemmung mit hauchdünnen Silizium-Elementen, und gerade verrennt sich Zenith in eine Hochfrequenz- Hemmung ohne Gelenke. Aber wozu?

Constant-Hemmung von Girard-Perregaux.

TOP: Karbonfaser (2007)

Aus den sportlichen Kollektionen nicht mehr wegzudenken sind ultraleichte Uhrengehäuse aus miteinander verbackenen Kohlefasern. Audemars Piguet importierte das Verfahren als erster Uhrenhersteller aus dem Motorsport.

Top: Karbonfaser, zum Beispiel für ein Gehäuse von Audemars Piguet.

FLOP: Riemengetriebene Kraftübertragung (2010)

Am Ende ging es nur noch um die Ehre, denn dass das in einer Computersimulation konstruierte Uhrwerk der TAG Heuer V4 überhaupt funktionieren würde, hätte ohnehin niemand geglaubt – außer einem Mann, Guy Sémon.

Flop: Riemengetriebene Kraftübertragung für das Modell TAG Heuer V4.

TOP: Hightech-Keramik (2009)

Ebenso geläufig ist heute die Feinkeramik auf Zirkonoxid-Basis, wie sie schon vor Urzeiten von Rado eingeführt wurde. Dass sich das kratzfeste Material erst jetzt langsam durchsetzt, lag wohl eher am modischen Stil der frühen Modelle …

Top: Hightech-Keramik wie hier von Rado.

FLOP: Vakuumgehäuse (2012)

Schon in der Vergangenheit waren Versuche mit luftleeren Uhrengehäusen an der Unmöglichkeit einer dauerhaften Abdichtung gescheitert. Nach der Cartier ID2 sah man ein, dass es prinzipiell gehen müsste, der Aufwand aber extrem wäre.

Cartier ID2.
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