Die Uhr des Jahres 2024Wirbelwind on/off
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Stubbenhuk 10 lautet die neue Adresse von Wempe in Hamburg. Dort befindet sich das denkmalgeschützte Kontorhaus, das künftig als zweites Wempe-Haus neben dem Stammsitz in der Hamburger Steinstraße dient. Das Gebäude wurde nun nach gründlicher Renovierung eröffnet, die eine Investition im zweistelligen Millionenbereich erforderte. «Für uns ist das ein klares Signal, dass wir auch künftig auf Hamburg als Firmensitz setzen», sagt Kim-Eva Wempe, geschäftsführende Gesellschafterin von Gerhard D. Wempe.
Drei Etagen in dem 4700 Quadratmeter großen Gebäude, das Wempe im Herbst 2023 erwarb und das zuvor zum Areal des Verlages Gruner + Jahr gehört hatte, werden künftig ausschließlich dem Uhrenservice dienen. Immerhin wird die Nachfrage nach dieser Dienstleistung immer größer: allein im vergangenen Jahr bearbeitete Wempe 67.000 Uhren.
Durch den Umzug der Uhrenserviceabteilung vom Stammhaus in den Stubbenhuk werden die Servicekapazitäten erhöht. Gegenüber dem alten Standort in der Steinstraße vergrößert sich die Fläche von 700 auf mehr als 1900 Quadratmeter. Am Standort Glashütte wurde die Servicewerkstatt Uhren bereits im vergangenen Jahr von 210 auf 420 Quadratmeter erweitert.
Nach dem Vorbild der modernisierten Werkstatt in Glashütte wird auch im Stubbenhuk eine neue Casing-Abteilung die Abläufe beschleunigen. Nach der Ankunft einer Uhr in Hamburg erfolgt die Demontage. Das Werk wird von den hauseigenen Uhrmacherinnen und Uhrmachern überarbeitet, Gehäuse und Band werden aufgefrischt. Da beide Abteilungen parallel arbeiten können, werden die Prozesse effizienter.
Höhere Stückzahlen erreicht Wempe künftig auch durch den Einsatz neuer, moderner Maschinen, etwa großer vollautomatischer Reinigungsstraßen, die bis zu 20 Uhren zeitgleich reinigen können.
Am Standort Kontorhaus Stubbenhuk sind es derzeit 26 Uhrmacherinnen und Uhrmacher sowie weitere 15 Beschäftigte in der Furnituren- und Politurabteilung und im Casing tätig. Die Personalkapazität kann auf 65 Mitarbeitende erhöht werden, davon 40 Uhrmacherinnen und Uhrmacher.
Auch die Abteilung für Marine-Chronometer, die Wempe-Chronometerwerke Maritim, zieht in den neuen Firmensitz ein. Es ist eine bekannte Adresse: Der Bereich war bereits von 1960 bis 1981 im Stubbenhuk ansässig, damals allerdings im Haus Nummer 25. Im Hochparterre der neuen Location arbeiten die sechs Mitarbeitenden der Chronometerwerke an modernen Maschinen und Montagetischen mit integrierter Messtechnik – in hellen, großzügigen Räumen.
Der Fokus liegt vor allem auf der Entwicklung und Produktion von integrierten Zeitsystemen, welche vor allem auf Kreuzfahrt-, Forschungs- und Marineschiffen sowie Mega-Jachten zum Einsatz kommen. Gefertigt werden kundenspezifische Systeme. Ein Segment, in dem Wempe Weltmarktführer ist. Allein im laufenden Jahr wird Wempe zehn von 15 neuen Kreuzfahrtschiffen mit modernsten Zeitsystemen ausstatten.
Neben Teilen der Verwaltung soll im Kontorhaus ein zweites Wempe-Museum eröffnet werden, das sich der Historie der Wempe-Chronometerwerke Maritim sowie dem Uhrenservice und der Uhrmacherei widmet.
Text: Iris Wimmer-Olbort








