Tudor Black Bay Ceramic

Tudor macht den Master

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Mai 2021. Wer METAS Master Chronometer bislang für ein Kunstwort der Omega-Marketingabteilung hielt, wird von der brandneuen schwarzen Keramikuhr von Tudor eines Besseren belehrt. Die Black Bay Ceramic ist der Überraschungsauftritt von Tudor.

Das Geheimnis um die Sommerneuheit von Tudor wurde pünktlich um 12 Uhr GMT am 25. Mai 2021 gelüftet: Die komplett schwarze Black Bay Ceramic verfügt über ein hoch kratzfestes Keramikgehäuse (Ø 41 mm) mit mattierten Flächen und polierten Fasen. Dazu verfügt die Drehlünette über ein Inlay aus Keramik und das Zifferblatt trägt einen hauchfeinen Sonnenschliff, der sich über den Glasrand hinaus auf die Lünette erstreckt.

Geheime Bauteile

Das Tudor Manufakturkaliber MT5602.

Ein anderes großes Geheimnis bleibt indes wahrscheinlich bis auf Weiteres ungelüftet. Es betrifft die Ausstattung des neuen Kalibers MT5602-1U mit amagnetischen Werkkomponenten, die auf den veröffentlichten Schaubildern als „geheime Bauteile“ unter der Räderwerkbrücke versteckt bleiben. Die Architektur des Automatikwerks ist mit der des Basiskalibers MT 5601 identisch, auch die frei schwingende Silizium-Spiralfeder und die Unruh mit ihren vier Reguliergewichten sowie die „wochenendsichere“ Gangreserve von 70 Stunden hat das komplett schwarz beschichtete neue Uhrwerk übernommen.

Die „geheimen Bauteile“ sind aber wohl der Schlüssel zur METAS-Zertifizierung durch das gleichnamige Schweizer Institut für Messtechnik, vergleichbar der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Deutschland. Bislang wurde der an zehn Prüfverfahren in fünf Disziplinen gebundene Titel „Master Chronometer“ nur an Omega-Uhren verliehen und entsprechend beworben – so eindrucksvoll, dass man die Auszeichnung als eine Omega-Exklusivität wahrnehmen konnte. Tudor ist in der Tat erst der zweite Schweizer Hersteller, der sich dem Diktat des METAS unterwirft und ein Uhrenmodell als Master Chronometer zertifizieren lässt.

Fünf wichtige Kriterien

Die Prüfbedingungen sind streng und betreffen neben der Schweizer Herkunft („Swiss made“) die garantierte Wasserdichtheit und Gangreserve sowie das Gangverhalten des Uhrwerks im eingeschalten Zustand. Eine bestandene Chronometerprüfung im Labor der COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres) ist eine Vorbedingung für das METAS-Zertifikat, wobei die Anforderungen der COSC an die Ganggenauigkeit kurioserweise niedriger sind als der METAS-Standard. Dieser gesteht der Uhr bei zwei Temperaturen in sechs Lagen nur einen Fehlgang von 0 bis +5 Sekunden zu (COSC: -4 bis +6 s). Selbst der Tudor-eigene Maßstab ist strenger (-2 bis +4 s), doch die COSC darf als einzige Schweizer Institution den Titel „Chronometer“ vergeben. Ihre Pfründe ist also gesichert.

Die höchste Hürde im METAS-Prüfprogramm bildet der Magnetismus-Test, bei dem die Uhr auch noch in einem Magnetfeld von 15.000 Gauss einwandfrei funktionieren muss. Dazu bedarf es spezieller Räderwerk-Bauteile aus nicht magnetisierbaren Materialien, über die sich Tudor bzw. Uhrwerkproduzent Kenissi (ein Joint-Venture von Tudor mit Breitling und Chanel) jedoch in Schweigen hüllen. Es darf vermutet werden, dass die stählernen Triebachsen durch neue Hartmetalllegierungen, evtl. Titan ersetzt wurden.

Überraschungsauftritt

Die Black Bay Ceramic ist, wie die diesjährigen Modelle in Gold und Silber «unten offen».

So wartet die Sommerneuheit von Tudor gleich mit zwei Sensationen auf: Keramikgehäuse und Master-Chronometer-Zertifikat. Und die dritte Sensation, zumindest eine kleine, ist der Preis: Die Black Bay Ceramic kostet mit zwei Armbändern (Textil mit Dornschließe und Kautschuk-Leder-Hybrid mit Faltschließe) vergleichsweise bescheidene 4410 Euro und ist damit nur einen guten Tausender teurer als die Standard-Black-Bay mit Edelstahlgehäuse ohne METAS-Zertifikat. Und überdies trotz Keramikgehäuse billiger als der preiswerteste Master Chronometer von Omega in Stahl.

Text: Peter Braun

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Tudor Black Bay Neuheiten 2021


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