Omega Speedmaster Chronoscope

Tachy-, Pulso- und Telemeter

Teilen
September 2021. Eine entscheidende Besonderheit der Chronographen der Speedmaster-Reihe ist die Tachymeter-Skala, mit der sich Geschwindigkeiten messen lassen. Die vier neuesten Varianten tragen zudem noch Skalen für die Entfernungs- und Pulsmessung.
Omega-Speedmaster-Chronoscope
Die Speedmaster Chronoscope mit weißem Zifferblatt, gebläuten Zeigern und Ziffern.

In drei Varianten aus Edelstahl und einer in Bronze-Gold lanciert Omega die neue Speedmaster Chronoscope. Hohen Wiedererkennungswert bietet das Gehäuse mit den typisch geformten Bandanstößen und der Lünette mit Tachymeter-Skala. Anders als bei der herkömmlichen Moonwatch ist das Gehäuse bei diesem Modell jedoch etwas in den Dimensionen gewachsen. Mit 43 mm Durchmesser und einem Bandanstoß mit 21 mm nämlich genau um einen Millimeter.

Wie die Moonwatch besitzt die Chronoscope ein gewölbtes Deckglas, hier ist es aus Saphirglas gefertigt. Das kratzfeste Material finden wir auf der Unterseite des Gehäuses, wo es den Blick auf das Uhrwerk freigibt, welches übrigens der Grund für das gewachsene Gehäuse liefert. Das Handaufzugskaliber 9908 ist mit 32,5 mm Durchmesser etwa 5 mm größer als das aktuelle Speedmaster-Kaliber 3861, welches seit Anfang 2021 verbaut wird. Beide Kaliber sind mit der hauseigenen Co-Axial-Hemmung von Omega ausgestattet, Master Chronometer zertifiziert und Magnetfeldresistent bis 15.000 Gauß.

Omega-Speedmaster-Chronoscope
Das Kaliber 9908 ist natürlich Manufakturware und durch den Boden sichtbar. Hier in der Bronzegold-Ausführung.

Ästhetisch bietet das 9908 allerdings etwas weniger Einblicke in die Funktionsweise der Uhr als zum Beispiel das Kaliber 3861. Zwar ist das Säulenrad des Chronographen-Mechanismus freigelegt, ein Großteil davon wird dafür aber von einer Platine mit – zugegeben – schönen Zierschliff verdeckt.

Das aufwendige Zifferblatt

Omega-Speedmaster-Chronoscope-blau-detail
Zwei Totalisatoren links und rechts, wobei letzterer eine Doppelrolle einnimmt.

Die Entscheidung, nicht das 3861 zu verbauen liegt an der Anordnung der Totalisatoren auf dem Zifferblatt. Die Chronoscope besitzt nämlich statt drei Hilfszifferblättern nur zwei. Die Anzeige für die Kleine Sekunde ist weiterhin auf der linken Seite. Die große Besonderheit jedoch gibt es auf der 9-Uhr-Position, wo zwei Zeiger die Minuten und Stunden des Chronographen stoppen.

Speedmaster-Chronoscope-Panda-Massivband
Die Panda-Variante spielt mit roten Akzenten bei der Tachymeterskala und den Stoppzeigern für Sekunden, Minuten und Stunden des Chronographen.

Das Zifferblatt der Chronoscope ist insgesamt etwas aufwendiger gestaltet. Es besitzt beispielsweise aufgesetzte Ziffern, die beiden Totalisatoren sind deutlich zurückgesetzt und haben eine feine Spiraltextur im Hintergrund. Im Zentrum des Zifferblatts liegen verschiedene Skalen, die das Messen von Geschwindigkeiten, Entfernungen und Herzschlägen vereinfachen sollen. Die drei Skalen werden schon sehr lange auf Uhrenzifferblätter gedruckt und geben der Chronoscope damit etwas Vintage-Charme. Bei den vielen Skalen auf engem Raum kann man jedoch leicht in der «Zeile» verrutschen – eine farbliche Absetzung, wie beim Panda-Modell wäre wohl bei allen Versionen hilfreich gewesen, hätte sich jedoch auch auf die Ästhetik ausgewirkt.

So funktionieren die Skalen

Tachymeter

Tachymeter-Omega-Speedmaster-Chronoscope
*Bild bearbeitet
Einen Kilometer in 45 Sekunden zurückzulegen, entspricht einer Geschwindigkeit von 80 km/h. Die Tachymeter-Skala funktioniert genauso aber auch mit Meilen und mp/h.

Eine Tachymeter-Skala ermöglicht die Messung von Geschwindigkeiten über eine bekannte Strecke. Da die Speedmaster ursprünglich für Rennfahrer konzipiert wurde ist ihre Lünette seit jeher mit einer solchen Skala ausgestattet. Die Basis ist in diesem Fall auf einen Kilometer ausgelegt. Um die Funktion zu nutzen muss man einfach zwei Bezugspunkte haben, die einen Kilometer auseinander stehen und den Chronograph beim Vorbeifahren am ersten Punkt aktivieren und beim zweiten Punkt stoppen. Der Sekundenzeiger zeigt dann auf die durchschnittliche Geschwindigkeit in km/h. Als netter Bonus ist es mit dieser Speedmaster zusätzlich möglich auch kleinere Geschwindigkeiten als 60 km/h zu messen, denn die Skala wird im Zifferblattzentrum für Minute zwei und drei der Messung forgeführt.

Leitpfosten auf der Autobahn haben jeweils 50 Meter Abstand: Einfach den Chronograph starten, 20 Pfosten abzählen, dann stoppen. Hat das Zurücklegen der Strecke zum Beispiel 45 Sekunden gedauert bedeutet das eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 80 km/h.

Telemeter

Telemeter-Omega-Speedmaster-Chronoscope
*Bild bearbeitet

Eine Telemeter-Skala macht die Entfernungsmessung mithilfe der Schallgeschwindigkeit von 343,2 m/s (anhängig von Luftfeuchtigkeit und Temp.) in der Atmosphäre möglich. So kann man zum Beispiel die Entfernung eines Gewitters messen, indem man den Chronograph beim visuellen Ereignis (Blitz) startet und beim zugehörigen Donner stoppt, das Licht ist dabei so schnell, dass der zeitliche Versatz vernachlässigbar ist.

Ist der Donner beispielsweise erst drei Sekunden später zu hören als der Blitz zu sehen war, beträgt die Distanz ungefähr 1000 Meter.

Pulsometer

Omega Pulsomerter
*Bild bearbeitet
Die Pulsometer-Skala wurde erfunden, um schneller und ohne Rechnen den Puls zu messen. Die Skalen gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Puls eines Menschen ist nichts anderes als die Herzschläge pro Minute. Damit man nicht 60 Sekunden lang jeden Schlag zählen muss, besitzt die Chronoscope eine Skala, bei der man immer nur 30 Schläge abzählen muss. Je nachdem wie viel Zeit dabei vergeht zeigt der Stoppsekundenzeiger auf das bereits umgerechnete Ergebnis.

Zählt man innerhalb von 22 Sekunden dreißig Herzschläge ab, beträgt der Puls des Patienten 80 bpm (engl.: Schläge pro Minute).

Vier Modelle zur Auswahl

Drei Varianten der Speedmaster Chronoscope gibt es aus Edelstahl, die Unterschiede liegen in der Farbgebung der Zifferblätter: Weiß mit blauen Akzenten, Blau mit weißen Akzenten, mit Schwarz-Weißen Panda-Zifferblatt und aus Gold mit dunkelbraunem Zifferblatt. Die goldene Version wird aus einer Legierung namens Bronzegold gefertigt, welches mit einem Feinanteil von 375/1000 und einem Roséfarbton glänzt. Als kleiner Bonus ist einzig bei der Goldversion eine Lünetteneinlage aus Keramik eingesetzt.

Omega-Speedmaster-Chronoscope-Bronzegold
Die Speedmaster Chronoscope im warmen Goldton «Bronzegold» ist etwas teurer.

Die Modelle sind an Lederarmbändern und Massivbändern aus Edelstahl erhältlich und beginnen preislich bei 8100 Euro (+400 Euro mit Massivband). Die Version aus (Bronze-) Gold dagegen, kommt auf 13.800 Euro. Das Massivband bietet jetzt endlich auch eine Feinverstellung per Knopfdruck an der Schließe. Diese Funktion wünschen sich die Kunden schon lange – auch für die Speedmaster Professional. Wer jetzt aber auf Kompatibilität hofft wird durch die erhöhte Breite des Armbands enttäuscht.

Text: Tobias Schaefer

Lesen Sie mehr zur Omega Speedmaster


Makro Video: 4. Generation: Omega Speedmaster


Omega Speedmaster «Silver Snoopy Award»


50 Jahre Mondlandung Teil 3: Uhrwerke

Ähnliche Artikel
Artikel teilen

Bitte wählen Sie eine Plattform, auf der Sie den Artikel teilen möchten:

Beitrag melden

    Ihr Name:

    Ihre E-Mail-Adresse

    Bitte beschreiben Sie kurz, warum dieser Beitrag problematisch ist:


    [recaptcha]

    xxx
    Newsletter-Anmeldung

    * Pflichtfeld

    ** Der HEEL Verlag erhebt Ihre Daten zum Zweck des kostenlosen E-Mail-Newsletters. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Newsletters und des Informationsservice erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 a) DSGVO. Zudem verwenden wir Ihre Angaben zur Werbung für eigene und HEEL-verwandte Produkte. Sie können sich jederzeit vom Newsletter abmelden. Falls Sie keine Werbung mehr auf dieser Grundlage erhalten wollen, können Sie jederzeit widersprechen. Weitere Infos zum Datenschutz: ds.heel-verlag.de