Neue Breitling-Kollektion «Premier»

Premier, die zweite

Zeitmessung zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Breitling will überall erfolgreich sein, ordnet dazu seine Kollektion neu und erweitert das Angebot. Neben «Tool Watches» werden nun auch wieder elegante Uhren für Damen und Herren angeboten. Premier heißt die neue Modellreihe, die erstmals in den 1940er Jahren vorgestellt wurde.
Premier B01 Chronograph 42 mit «Panda»-Zifferblatt und Manufakturkaliber.
Breitling Premier B01 Chronograph 42 mit «Panda»-Zifferblatt und Manufakturkaliber.

Breitling ist nicht nur Luftfahrt, unsere Geschichte bietet so viel mehr.» Das sagte CEO Georges Kern im Oktober 2018 beim ersten «Breitling-Gipfel» in London, als er gemeinsam mit seinem Team der internationalen Presse die Weiterentwicklung der Marke vorstellte.

Sie soll nun nicht nur für Fans von Instrumentenuhren interessant sein, sondern auch Menschen ansprechen, die es gern etwas eleganter haben. Tatsächlich hatte Breitling in seiner Vergangenheit – unter der Leitung von Willy Breitling – schon elegante Armbanduhren im Sortiment.

«Premier» hieß diese Linie, die nach Recherchen des Breitling-Sammlers Fred Mandelbaum wohl im Jahr 1943 erstmals lanciert wurde. «Für Menschen mit tadellosem Geschmack», lautete seinerzeit der Werbeslogan.

Breitling Premier Automatic Day-Date 40 mit silbernem Zifferblatt.

Hohe Qualität, gefälliges Design

Und genau solche Menschen will Breitling mit der Premier-Kollektion des Jahrgangs 2018 ansprechen, die laut Pressetext eine «perfekte Verbindung von Funktionalität und Stil» ist. Das lassen wir an dieser Stelle unkommentiert.

Fest steht, dass die Konstrukteure und Designer sehr fleißig waren. Nicht weniger als 32 unterschiedliche Varianten zeigte der für die Markenführung verantwortliche Manager Tim Sayler zunächst bei seiner Bildschirm-Präsentation. Einige dieser Uhren waren später auch live und in Farbe zu begutachten.

Der erste Eindruck: Breitling hat eine stringente Kollektion auf die Beine gestellt. Die Prototypen der vorläufig ausschließlich in Edelstahlgehäusen erhältlichen Premier-Modelle erfüllen einen hohen Qualitätsanspruch. Die Proportionen sind gelungen, das Design wirkt gefällig – schließlich soll die Kollektion eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen.

Da verbieten sich gestalterische Gags, Ecken und Kanten von selbst. Aber diese waren auch den Premier-Uhren aus früheren Jahren, die Fred Mandelbaum nach London mitgebracht hatte, fremd. Die moderne Interpretation der klassischen Vorbilder erscheint gelungen.

 

Breitling Premier Chronograph 42 mit Valjoux-Technik.

Bewährte Uhrwerke

Allerdings waren Premier-Uhren in der Vergangenheit laut Aussage des Sammlers oft uhrentechnische Vorreiter. Das sind ihre modernen Nachfolger nicht: Technische Überraschungen sucht man hier vergebens. Breitling greift bei der modernen Premier ähnlich wie bei der Anfang des Jahres vorgestellten Kollektion Navitimer 8 auf bewährte Technik zurück.

Die Dreizeigeruhren werden von adaptierten ETA-Automatikwerken angetrieben, die Chronographen wahlweise von einem modifizierten ETA 7750 Valjoux oder in der höchsten Preisstufe vom hauseigenen Kaliber B01. Nach Chronometernorm zertifiziert sind die Uhren allesamt.

Die Premier-Kollektion startet mit einer schlichten Dreizeigeruhr mit Lederband für 4100 Euro und endet beim Manufakturchronographen mit Glieder-Stahlband für 7900 Euro.

Die weiterhin bestehende Partnerschaft mit dem Luxuskarossen-Hersteller Bentley unterstreicht Breitling mit einem Premier-Manufakturchronographen, dessen Zifferblatt und Lederband in «British racing Green» leuchten.

Taucheruhren liegen vorn

Auf der Suche nach einer neuen Klientel soll die bestehende Kundschaft von Breitling, also Menschen, die Instrumentenuhren lieben, keinesfalls vernachlässigt werden. Das betonte Georges Kern im Laufe des Gipfeltreffens mehrfach. Die «Instruments for Professionals» wie Exospace B55, Cockpit B50 oder Emergency werden weiterhin gepflegt, Flieger- und Taucheruhren selbstverständlich ebenso. Wobei Kern auf folgende Feststellung Wert legt: «Wir haben im letzten Jahr mehr Taucheruhren als Fliegeruhren verkauft.»

Breitling Superocean Heritage II Chronograph 44 «Outerknown»
Breitling Superocean Heritage II Chronograph 44 «Outerknown»

Um diese Aussage zu unterstreichen, stellten die Schweizer in London das unlimitierte Sondermodell Superocean Heritage Outerknown (ca. 6500 Euro) vor.

Der schwarz PVD-beschichtete Taucherchrono ist die erste Breitling, die serienmäßig mit einem NATO-Armband ausgeliefert wird. Aber nicht mit irgendeinem, sondern mit einem Produkt der jungen, 2014 gegründeten Firma Outerknown.

Diese sammelt aufgegebene Fischernetze vom Meeresgrund auf und recycelt sie. Aus diesen Netzen entsteht das Nylongarn «Econyl», aus dem man Bekleidung, aber eben auch Uhrenarmbänder fertigen kann.

Das dunkelblaue Band sieht klasse aus, passt wunderbar zur schwarzen Uhr mit ihrem blauen Blatt und soll dem Käufer die Gewissheit geben, etwas für die Umwelt getan zu haben.

Sorgen um die Haltbarkeit und Stabilität des Recyclingprodukts muss man sich nicht machen. Die Breitling-Verantwortlichen versichern, dass dieses Armband exakt die gleichen Vorserientests bestanden habe wie jedes andere Band auch.

 

Breitling Navitimer Super 8.
Vor der Lancierung noch einmal überarbeitet: Breitling Navitimer Super 8.

Auch etwas Neues für Piloten

Wie gesagt, die bereits vorhandenen Breitling-Fliegeruhrenfans werden weiterhin gut bedient – zum Beispiel mit dem neuen Navitimer Super 8.

Der Bolide (Durchmesser Gehäuse 45 mm, Drehlünette 50 mm) wurde zwar schon auf der BASELWORLD 2018 vorgestellt, doch das Serienprodukt sieht nun doch ein wenig anders aus. Der wesentliche Unterschied: Die ursprünglich bei der «9» platzierte Krone ist nun ganz klassisch auf die «3» gewandert. In Stahl kostet die Super 8 ca. 4200 Euro, in Titan rund 500 Euro mehr.

Obendrein bietet Breitling auch noch ein technisches Schmankerl, einen bildschönen Navitimer Rattrapante (ca. 11.000 Euro), der vom Manufakturkaliber B03 angetrieben wird und neben den zwei klassischen Chronographendrückern einen Kronendrücker zur Steuerung des Schleppzeigers aufweist. Einziger Wermutstropfen: Dieses Stück ist auf 250 Exemplare limitiert und nur in Breitling-Boutiquen erhältlich.

Aber Georges Kern, der mit Technikchef Kilian Eisenegger inzwischen einen weiteren ehemaligen IWC-Mann eingestellt hat, verspricht, dass die Freunde gehobener Uhrwerktechnik schon in absehbarer Zeit etwas Leckeres auf der Basis des B01 geboten bekommen.

Text: Martin Häußermann
Bilder: Hersteller, Martin Häußermann
www.armbanduhren-online.de

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