Most Wanted: Girard-Perregaux Casquette

Avantgarde der Siebziger

Mai 2022 Das Begehren von Sammlern gilt eigentlich mechanischen Uhren. Wenn ein Zeitmesser mit Quarzwerk so gefragt ist, muss das wohl am außergewöhnlichen Design liegen – wie bei der Casquette von Girard-Perregaux.
Girard-Perregaux Casquette
Girard-Perregaux stellte die GP LED von 1976 bis 1978 in drei Farbvarianten her – aus Polycarbonat sowie in Stahl blank und vergoldet.

Innovation, Moderne und Hightech – Mitte der 1970er Jahre wurde die Uhrenbranche von der Begeisterung für völlig Neues erfasst. Neu war damals Quarztechnologie für das Handgelenk, die auch Schweizer Uhrenmarken für sich in Anspruch nahmen – sogar mit eigenen Uhrwerken. Bei Girard-Perregaux war es das Kaliber GP 350, das zum Taktgeber in der Quarz-Kollektion wurde.

Diese wurde 1976 durch eine futuristisch anmutende Uhr erweitert, bei der man zudem die damals innovative Technologie von LED-Displays nutzte: das Modell GP LED, das auch unter der Bezeichnung «digital quartz» vermarktet wurde.

Die LED-Anzeige – damals das weltweit kleinste Display mit vierstelliger Anzeige aus US-amerikanischer Fertigung – eröffnete völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten: In der Casquette wurde sie röhrenförmig vergebaut, sodass sie vom unteren Bandanstoß her abzulesen war. Das erinnerte so manchen Betrachter an Autorücklichter, während die Gehäuseform dafür sorgte, dass Sammler der GP LED den Spitznamen Casquette gaben – «Schirmmütze ».

Angezeigt wurden Stunden und Minuten sowie Sekunden oder Wochentag und Datum. Durch Antippen des Drückers auf der rechten Seite des Gehäuses konnte auf die gewünschte Anzeige gewechselt werden.

Das Gehäuse war von oben geschlossen und mit einem eingeprägten «GP» signiert. Gefertigt wurde es in drei Materialversionen: aus dem Polycarbonat «Makrolon» mit der Referenznummer 9939 sowie in Stahl blank oder vergoldet jeweils mit der Referenznummer 9931.

Nie nachlassendes Interesse

In den Jahren 1976 bis 1978 fertigte Girard-Perregaux insgesamt 8200 Exemplare der GP LED. Das Interesse an diesen Modellen habe laut Patrick Pruniaux, CEO von Girard-Perregaux, seitdem nicht nachgelassen: «Wir erhalten regelmäßig Anfragen und stellen fest, dass die Uhr hohe Aufmerksamkeit erregt und auf dem Gebrauchtmarkt das Zehnfache ihres ursprünglichen Verkaufspreises erzielt.»

Girard-Perregaux Casquette
Wiederauferstehung einer Legende: Girard-Perregaux legt die Casquette neu auf, limitiert auf 820 Exemplare.

Bestätigt wurde das Interesse an der Casquette durch ein 2021 präsentiertes Unikat: Girard-Perregaux fertigte in Zusammenarbeit mit Bamford Watch Department eine neue Casquette für die Wohltätigkeitsauktion Only Watch. Sie erzielte 100.000 Schweizer Franken bei dieser Auktion.

Nun geht die legendäre Uhr als «Casquette 2.0» erstmals wieder in Serie – auf 820 Exemplare limitiert. Die Neuheit zitiert das Design von damals, kombiniert es aber mit neuen Materialien und einem neuen Quarzwerk, dem Kaliber GP03980. Dieses bietet mehr Anzeigen als die historische Vorlage, nämlich zusätzlich Monat, Jahr, Chronograph, zweite Zeitzone und geheimes Datum.

Heute ist die Casquette aus Keramik gefertigt und mit einem Titanboden versehen. Das Armband ist ebenfalls aus Keramik und innen mit Kautschuk beschichtet. Der Preis der wieder aufgelegten Uhr: stolze 4700 Euro – doch sie scheint schon weitgehend ausverkauft zu sein.

Text: Iris Wimmer-Olbort

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