Die Uhr des Jahres 2024Wirbelwind on/off
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Garmin betrachtet sich selbst nicht mehr allein als Elektronikspezialist, sondern als ernst zu nehmender Uhrenhersteller. Das erleben wir bei der Vorstellung der neuen Marq Generation 2 Carbon in drei Versionen. Neben Pressevertretern sind auch einige deutsche Juweliere zur Präsentation bei Garmin Deutschland im bayerischen Garching angereist. Schließlich soll diese neue Luxus-Smartwatch ausschließlich über den Uhrenfachhandel vertrieben werden. Angesichts der geforderten Preise, die sich je nach Variante zwischen 2950 und 3200 Euro bewegen, ist das verständlich. Sportfachhändler oder Elektronikfachmärkte wären da wohl auch nicht die richtige Adresse.
Bei den drei neuen Modellen «Athlete», «Golfer» und «Commander» – alle mit dem Namenszusatz «Gen 2 Carbon Edition» – handelt es sich um eine Erweiterung der Marq-Kollektion. Das jüngste Upgrade tritt mit Karbongehäusen an, die denen renommierter Nobelmarken wie Hublot oder Audemars Piguet in nichts nachstehen. Genau in diesem Segment haben die Entwickler aus Olathe im US-Bundesstaat Kansas Marktforschung betrieben und dann auch einen Lieferanten gefunden, der den eigenen Qualitätsanforderungen genügt. Gehäuse und Lünette werden aus einem Block gefräst, der aus 130 verschmolzenen Karbonfaserschichten besteht. Die Herstellung dieser Blöcke benötigt laut Garmin 60 Fertigungsschritte und dauert mehr als 50 Tage bei sorgfältigster Überwachung der Erhitzungs-, Druck- und Kühlprozesse. Der Boden mit dem integrierten Pulsmesser sowie die Lünette sind nach wie vor aus geschwärztem Titan Grade 5, das AMOLED-Display wird von einem gewölbten Saphirglas bedeckt. Kohlefaser ist für eine Smartwatch eigentlich kein optimales Gehäusematerial, denn sie verzerrt oder blockiert GPS-Signale mitunter komplett. Hier musste Garmin nach eigener Aussage in mehrjähriger Entwicklungsarbeit ein spezielles Antennen-Design entwickeln und das Gehäuse entsprechend anpassen.
Das ist gelungen, wie wir bei einem mehrwöchigen Test der «Marq Athlete Gen 2 Carbon Edition» feststellten. Ob beim Waldlauf oder auf der Skipiste, die Ortung funktionierte stets tadellos – ebenso wie die Bedienung. Auch der Tragekomfort in Kombination mit dem serienmäßigen Silikonband ist einwandfrei. Alternativ steht eine große Auswahl an Wechselarmbändern zur Verfügung, die dank des «Quick-Fit-Systems» werkzeuglos getauscht werden können. Mit Silikonband wiegt diese ausgewachsene Uhr gerade einmal 76 Gramm.
In der Funktionalität unterscheiden sich die drei Karbon-Neuheiten nicht von ihren Titan-Pendants. Allen gemein sind unter anderem die klassischen Smartwatch-Funktionen wie die Übertragung von Handy-Nachrichten, ein Musik-Spieler oder auch eine Bezahlfunktion. Weiterhin kann man mit jeder Uhr seine tägliche Aktivität tracken, Pulsfrequenz und Schlafqualität messen. Außerdem sind bei jeder Uhr Profi le von mehr als 60 Sportarten und OutdoorAktivitäten an Bord – und natürlich die Möglichkeit, sich navigieren zu lassen. Das sogenannte AMOLEDDisplay besticht mit brillanter Darstellung. Loben muss man Garmin überdies für den ökonomischen Umgang mit Strom: Die Akkulaufzeit der Marq-Modelle liegt bei bis zu 16 Tagen im Smartwatch-Modus. Wir haben selbst bei täglicher GPS-Nutzung erst nach fünf Tagen wieder aufl aden müssen. Alltagstauglich ist auch die Wasserdichtheit bis 10 bar.
Text und Bilder: Martin Häußermann