125 Jahre Union Glashütte

Goldstück

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Eigentlich lautete die Maxime von Union-Gründer Johannes Dürrstein «Alles, was eine Uhr besser macht, aber nichts, was sie nur teuer macht». Doch bei einem so stolzen Jubiläum kann man schon mal eine Ausnahme machen …
Zum 125. Jubiläum präsentiert Union Glashütte die limitierte Sonderedition einer feinen Handaufzugsuhr mit exklusivem Uhrwerk
Schick in Schale zum 125. Jubiläum: Union Glashütte 1893 J. Dürrstein Jubiläumsedition

Eine besondere Uhr zu einem großen Fest: 2018 feiert die Uhrenfabrik Union ihr 125. Gründungsjubiläum mit einer wertvollen Handaufzugsuhr, aufgelegt in einer Sonderserie von 125 Exemplaren in Roségold zum Preis von 7950 Euro.

Unter dem mit weißem Emaillelack belegten Zifferblatt arbeitet ein exklusives Uhrwerk mit 60 Stunden Gangreserve, Datumsanzeige und Kleiner Sekunde bei der «9». Das Kaliber UNG-56.01 basiert auf dem Rädersatz eines Valgranges-Grundwerks, leistet sich jedoch den Luxus einer komplett eigenständigen Finissage mit Dreiviertelplatine, goldausgeschwemmten Gravuren und funkelnden Streifenschliffen. Als Reminiszenz an die lange Tradition der Union ist das Uhrwerk mit dem alten Markenlogo punziert, einem stilisierten griechischen Tempel.

Union Glashütte limitierte Handaufzugsuhr in Edelstahl
Union Glashütte limitierte Handaufzugsuhr in Edelstahl
Für eine Marke der Swatch Group, die eher im unteren bis mittleren Preissegment angesiedelt ist, kommt Union Glashütte der Vorstellung einer Manufaktur schon recht nah.

Der Aufwand, der in dem modernen Zweckgebäude im Frühlingsweg getrieben wird, ist der sogenannten «Glashütte-Regel» geschuldet. Diese besagt, dass nur Produkte den Namen «Glashütte» tragen dürfen, deren Wertschöpfung zu mehr als 50 Prozent in Glashütte erfolgt. Folglich müssen alle von Union verwendeten Uhrwerke, wenn sie schon aus der Schweiz von der Konzernschwester ETA bezogen werden, in Glashütte komplett montiert und aufwendig finissiert oder modifiziert werden.

Im Falle der 1893 Johannes Dürrstein Jubiläumsedition bzw. des Kalibers UNG-56.01 ist dieser Aufwand durch den Saphirglasboden für jedermann ersichtlich – und letzten Endes auch für jedermann erschwinglich, denn getreu dem Motto des Union-Firmengründers Johannes Dürrstein gibt es die Jubiläumsuhr auch in unlimitierter Edelstahlausführung für 2350 Euro. Schließlich bot eine Union schon immer «alles, was eine Uhr besser macht, aber nichts, was sie nur teuer macht».

Großartige Retrospektive

Union Glashütte Manufaktur-Handaufzugswerk
Union Glashütte Kaliber UNG-56.01
Der Anlass der Präsentation der Jubiläumsuhr war gut gewählt: Am 5. Dezember 2017 eröffnete im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte eine große Sonderausstellung zum Thema Union Glashütte. Unter dem Motto «125 Jahre deutsche Uhrmacherkunst» waren Fachleute, Uhrenfreunde und Journalisten zusammengekommen, um sich anhand zahlreicher Artefakte, Dokumente, Illustrationen und Uhren ein Bild von der glorreichen Blütezeit der Union Uhrenfabrik um die letzte Jahrhundertwende zu machen.

Am 1. Januar 1893 hatte der Kaufmann Johannes Dürrstein neben seiner Dresdner Uhren-Großhandlung eine eigene Uhrenfertigung in Glashütte gegründet. Schon zuvor hatte er Uhren unter der Eigenmarke Union im Angebot gehabt, doch mit der Union Uhrenfabrik stieg er in den erlauchten Kreis der Glashütter Produzenten auf und demonstrierte neben seinem kaufmännischen Geschick auch uhrmacherische Kenntnisse und unternehmerische Weitsicht.

Uhren für jeden Geldbeutel

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren Uhren aus Glashütte wertvolle, von Hand gefertigte Zeitmesser und prächtige Männerschmuckstücke, die sich längst nicht jeder leisten konnte. Dürrstein erkannte den Markt für hochwertige, aber preiswerte Taschenuhren aus Glashütte und nutzte die Fertigungstiefe seiner Fabrik für eigene Konstruktionen. Seinen Kunden versprach er erschwingliche Qualitätsuhren aus Glashütte, was ihn indes nicht davon abhielt, immer wieder mit spektakulären Komplikationsuhren unter dem Markennamen Union an die Öffentlichkeit zu gehen.

In Sammlerkreisen legendär sind die drei im Jahre 1900 gefertigten Grandes Complications mit Schleppzeiger-Chronograph, blitzender Sekunde, ewigem Kalender, Minutenrepetition, Läutwerk und Wecker, von denen zwei erst spät im 20. Jahrhundert vollendet wurden. Johannes Dürrstein hat sie nicht mehr schlagen hören, denn er verstarb im Januar 1901 im Alter von nur 56 Jahren.

Renaissance der Union

60 Jahre lang lag die Uhrenmarke Union in einem Dornröschenschlaf, aus dem sie 1996 durch die Wiedergründung als Tochterunternehmen der Manufaktur Glashütte Original wachgeküsst wurde. Unter der Ägide der Schweizer Swatch Group, die im Jahr 2000 beide Marken übernahm, entwickelte sich Union zu größerer technischer und gestalterischer Selbstständigkeit und gewann eine neue Markenidentität als Vollsortimenter im international heiß umkämpften Preissegment zwischen 1000 und 3000 Euro. Offensichtlich gibt es auch heute noch einen Markt für qualitativ hochwertige, aber preiswerte Uhren aus Glashütte.

Made in Glashütte

Arbeitsschritte der Uhrenmontage
Arbeitsschritte der Uhrenmontage

Die Uhrenmarke Union unterhält in Glashütte ein modern ausgestattetes Atelier zur Montage und Veredelung der von der Konzernschwester ETA bezogenen Uhrwerke. Automatikwerke erhalten zum Beispiel einen neuen Rotor mit Schwermetallwange, viele Gestellteile werden aufwendig angliert bzw. mit Zierschliffen versehen. Die sogenannte «Glashütte-Regel» verlangt diesen zusätzlichen Aufwand, denn nach den Statuten darf «Glashütte» nur auf dem Zifferblatt einer Uhr stehen, deren Wertschöpfung auch zum Großteil hier erwirtschaftet wurde.

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