Uhr des Jahres 2026: Die Jurypreise

Das sind die Gewinner

Mai 2026. Unsere Jury vergab bei der diesjährigen Wahl zur Uhr des Jahres gleich 6 Jurypreise. Die Gewinner finden Sie hier.

Grande Complication 2026

Blancpain Grande Double Sonnerie

Große Läutwerke mit vier Tonfedern sind in der Welt der Armbanduhren eine Seltenheit, denn der Platz für die Steuermechanik und die Kinematik der Hämmer ist nun einmal begrenzt. Wenn dann noch die Kadratur eines ewigen Kalenders mit seinen unzähligen Untersetzungen im Räderwerk hinzukommt und eine Tourbillon-Hemmung ihren Platz beansprucht, wird es in jedem Gehäuse eng. Über 1000 (!) Einzelteile umfasst das Uhrwerk der Grande Double Sonnerie von Blancpain, die im November 2025 nach achtjähriger Entwicklungszeit vorgestellt wurde. Es ist ein echtes Meisterstück geworden, das der legendären «1735» aus den 1990er Jahren nicht nur gerecht wird, sondern sie sogar ein Stück weit überflügelt.

Zum Beispiel mit dem einseitig («fliegend») gelagerten Tourbillon, das mit seinen nicht konzentrisch verlaufenden Achsen von Unruh und Käfiglager als im wahrsten Sinne des Wortes exzentrisches Konstruktionsmerkmal sämtlichen Blancpain-Drehganguhren einen hohen Wiedererkennungswert beschert. Und dann natürlich durch die einzigartige Wahlmöglichkeit zwischen zwei verschiedenen Schlagwerkmelodien. Der Westminsterschlag benötigt vier Tonfedern (gestimmt auf E, G, F und H), und auf diesem Vierklang hat Rockmusiker Eric Singer von der US-Gruppe «Kiss», mit dem Blancpain-Präsident Marc A. Hayek seit Jahren ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, zusammen mit Keyboarder Derek Sherinian eine neue musikalische Miniatur ausgearbeitet, die zur völligen Entfaltung und Abrundung ihrer Melodie ebenfalls alle vier Viertelstundenschläge benötigt und dem Uhrenträger einmal pro Stunde einen seltenen Hochgenuss beschert.

Der Vierklang braucht für seine vier Noten auch vier Tonfedern, vier Hämmer und vier Auslöser sowie eine entsprechende komplizierte Mechanik, um die Melodie tonal und rhythmisch korrekt zu spielen. Die alles steuernde Zahnstange, Rechen genannt, ist mit exakt positionierten und in der Länge bis aufs Tausendstel genau (von Hand) zugeschliffenen Zähnen ausgestattet, welche die Auslösesignale geben. Und besagter Rechen hat in der Grande Double Sonnerie zwei Ebenen mit verschiedenem «Zahnbesatz», zwischen denen der Uhrenträger umschalten kann. Ein geräuschloser Magnet-Regulator, der mit gut 2000 Umdrehungen pro Minute rotiert, stabilisiert den Ablauf des Programms und sorgt für die regelmäßige Abfolge der Töne.

Innovationspreis 2026

Breguet Expérimentale 1

Als krönenden Abschluss des 250. Jubiläumsjahres präsentierte Breguet ein Tourbillon mit 72.000 A/h und magnetischer Hemmung mit Konstanter Kraft. Eine echte Pionierleistung in der Tradition des Meisteruhrmachers Abraham-Louis Breguet.

In der Tat war Abraham-Louis Breguet ab 1775 für die meisten uhrmacherischen Innovationen seiner Zeit verantwortlich. Auf sein Konto gehen die Erfindung des Tourbillons und eines automatischen Aufzugs für Taschenuhren, die Konzeption der «natürlichen» Hemmung und der Hemmung mit Konstanter Kraft sowie viele weitere Errungenschaften mehr. Das Tourbillon der Expérimentale 1 ist eine völlige Neuentwicklung, welche die mechanischen Fesseln der Ankerhemmung sprengt und die Schwingfrequenz von physikalischen Grenzen befreit. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Manufaktur Breguet hat auf dem Gebiet des Mikromagnetismus Pionierarbeit geleistet und ging nun erstmals mit einer neu entwickelten magnetischen Hemmung an die Öffentlichkeit, spektakulär verpackt in einem Drehgang mit einer Schwingfrequenz von unglaublichen 10 Hertz (72.000 A/h)! Die Komponenten des Tourbillons sind größtenteils antimagnetisch, um jegliche Wechselwirkung mit der Magnethemmung zu vermeiden. So bestehen die Spirale aus Silizium, das Sekundenrad aus Nickel-Phosphor P 12 (LIGA-Verfahren) und die übrigen Komponenten aus Titan (Grade 2, Grade 5) oder Nivagauss. Die spezielle Funktionsweise der Magnethemmung verbessert den Wirkungsgrad der Hemmung, weil sie im Gegensatz zur mechanischen Ankerhemmung keinerlei Reibungsverluste an Ankerrad und Paletten hat. Hinzu kommt zudem der positive Effekt der Konstanten Antriebskraft («Force Constante»), die es durch die magnetische Auslösung quasi gratis dazugibt. Die Manufaktur hat die Expérimentale 1 daher mit der Breguet-Punze der Kategorie «Wissenschaftliche Qualität» zertifiziert, was ihr unter anderem eine Ganggenauigkeit von +/- 1 Sekunde pro Tag bescheinigt.

Für die Expérimentale 1 hat man sich von der Kollektion Marine beeinflussen lassen: Sportliches Gehäuse, angesetzte Bandanstöße, Kautschukarmband (mit werkzeugloser Schnellwechselvorrichtung) sowie beste Ablesbarkeit und alle Anzeigen sind mit Leuchtmasse beschichtet. Die Designsprache des Uhrwerks wurde vollständig neu erfunden. Hier fällt die kantige Form der Brücken aus massivem Gold auf. Ihre Oberflächen sind satiniert und alle Kanten von Hand vollendet und hochglanzpoliert, um ihre markanten Linien zu betonen. Das Breguet-Gold der Grundplatine steht in einem Kontrast zur blauen Beschichtung der Brücken.

Mit der Expérimentale 1 knüpft die Manufaktur Breguet an das große uhrmacherische Erbe ihres Gründervaters an, der zu seinen Lebzeiten um die 18. Jahrhundertwende die Entwicklung der tragbaren Zeitmessung maßgeblich beeinflusst, ja teilweise sogar revolutioniert hat. Mit dem Tourbillon 10 Hz mit magnetischer Hemmung und Force Constante gelang den Uhrmachern der neuen Manufacture Breguet der Anschluss an die innovative Avantgarde des großen Abraham-Louis Breguet.

Uhren-Persönlichkeit des Jahres 2026

Jean-Christophe Babin CEO LVMH Watches und Bvlgari Group

Wenige Manager haben in der Uhrenindustrie so tiefe Spuren hinterlassen wie der Franzose, der vor 26 Jahren in diesen von Eleganz und Technik geprägten Mikrokosmos des Luxus eingetreten ist. Seine Ehefrau hatte ihn in die Welt von Louis Vuitton, Moët und Hennessy eingeführt, ihres Zeichens Marketingleiterin der LVMH-Gruppe für Italien. Im Jahr 2000 begann seine Karriere als CEO von TAG Heuer. Babin brachte Erfahrung aus dem Bereich Consumer Goods (Procter & Gamble, BCG, Benckiser, Henkel) mit und erweiterte das Profil der sehr technisch geprägten Traditionsmarke in Richtung Luxus und Avantgarde. Mit der Entscheidung, TAG Heuer durch eine eigene Werkeproduktion zur Manufaktur auszubauen, stellte er die Weichen für die erfolgreiche Zukunft der Marke.

Als der LVMH-Konzern 2011 die Bvlgari Group übernahm, empfahl sich der bekennende Italophile Babin als Idealbesetzung für den Vorstand der Luxusgüter-Gruppe (Schmuck, Lederwaren, Accessoires, Düfte, Hotels und Uhren), in dem er im Mai 2013 die Nachfolge des Bvlgari-Neffen Francesco Trapani antrat und ab 2014 speziell die Uhrensparte von Bvlgari beflügelte, indem er als CEO den Auf- und Ausbau zur vollständig vertikalisierten Manufaktur vorantrieb.

Seit März 2025 ist Jean-Christophe Babin als Geschäftsführer für die gesamte Uhrensparte der LVMH zuständig, d. h. für TAG Heuer, Zenith, Hublot und L'Epée. Bvlgari erhält im Juli 2026 mit Laura Burdese eine neue Chefin, doch als Global CEO der Bvlgari-Gruppe wird Jean-Christophe Babin auch hier die Zügel in der Hand behalten.

Ladies‘ Time 2026

Omega Seamaster Aqua Terra 30 MM

Zierlich, mechanisch, farbenfroh – das sind die künftigen Trends für Damenuhren, und Omega erfüllt sie mit der neuen Seamaster Aqua Terra 30 mm. Um das neue Maß mit moderner Mechanik in Einklang zu bringen, hat Omega zwei neue Automatikwerke mit einem Durchmesser von 20 Millimetern konstruiert – das Kaliber 8750 mit einer Höhe von 3,98 Millimetern für Modelle in Edelstahl und Edelstahl-Gold sowie das Kaliber 8751 mit einer Höhe von 4,08 Millimetern für die exklusiven Varianten in Gold.

Der Entwurf der neuen Werke habe laut Omega eine größere Herausforderung dargestellt als erwartet. Denn es sei schwierig, ein kleines mechanisches Uhrwerk zu entwickeln, das so zuverlässig und präzise arbeitet wie ein größeres Werk. Die neuen Kaliber trumpfen nun mit ihren Eigenschaften auf: Dazu gehören eine Gangreserve von 48 Stunden und die Magnetfeldresistenz, die von einer Spiralfeder aus Silizium ermöglicht wird. Die Uhren tragen das Master-Chronometer-Zertifikat von Omega, besitzen folglich das COSC-Chronometer-Zertifikat und haben eine Reihe interner Tests bestanden.

Die neue Linie umfasst mittlerweile 17 unterschiedliche Modelle, deren Stil je nach Farbigkeit und Materialien von sportlich-elegant bis hin zu glamourös reicht. Die Aqua Terra 30 mm ist ab 6800 Euro in Edelstahl, in Edelstahl-Gold und in 18 Karat Gold sowie in verschiedenen Zifferblattfarben und mit Diamanten erhältlich. Alle Uhren werden an einem integrierten Gliederarmband passend zum Gehäuse getragen. Diese Vielfalt zeigt, wie ernst Omega das Thema Damenuhren nimmt. Und das ist für die Jury preiswürdig.

Designpreis 2026

Bell & Ross BR-03 Skeleton Lum

Das quadratische Uhrengehäuse der BR-03 ist seit seiner Einführung vor mittlerweile über 25 Jahren zu einem Erkennungszeichen der Pariser Uhrenmarke geworden. Inspiriert von den Einbauinstrumenten im Flugzeugcockpit bahnte sich der respektheischende Zeitmesser einen Weg an die Handgelenke von Männern und Frauen (!), die sich bezeichnenderweise eher selten in Flugzeugcockpits aufhalten. Um den Aufmerksamkeitswert der BR-03 noch zu steigern, legt Bell & Ross turnusmäßig neue Sondereditionen auf, die nicht selten mit grafischen Überraschungen aufwarten. So wie bei der BR-03 Skeleton, deren interessant angeordneten Zifferblatt-Durchbrüche in der Version LUM mit Leuchtmasse eingerahmt sind, was bei Nacht reizvolle Lichtspiele erzeugt.

Sonderpreis Vintage Revival 2026

Zenith G.F.J. Kaliber 135

Die Farbe Blau spielte im 160. Jubiläumsjahr der Manufaktur Zenith eine wichtige Rolle. Mehrere Sondermodelle überraschten die Sammler mit kräftig durchgefärbten Keramikgehäusen, doch zum Publikumsliebling avancierte die auf 160 Exemplare limitierte Neuauflage einer schlichten Dreizeigeruhr mit ebenfalls blauem Zifferblatt, aber im polierten Platingehäuse. Die nach Zenith-Gründer Georges Favre-Jacot benannte «G.F.J.» ist mit dem geradezu legendären Zenith-Handaufzugswerk vom Kaliber 135 ausgestattet, das für einen respektablen Anteil an den bis in die 1960er Jahre erzielten Siegen bei Chronometer-Wettbewerben verantwortlich zeichnet. Die Originalkonstruktion wurde von Meisteruhrmacher Kari Voutilainen ein ganz klein wenig modernisiert und ist nun bereit für eine zweite Karriere in der Zenith-Kollektion G.F.J.

Die Gewinnermodelle der Wahl zur Uhr des Jahres 2026 finden Sie hier.

Ergebnisse der Wahl zur «Uhr des Jahres 2025»


Uhr des Jahres 2025
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