Morgan Stanley + LuxeConsult: Report zum Uhrenmarkt 2025

Die erfolgreichsten Uhrmacher der Schweiz

Februar 2026. Die neue Branchenanalyse von Morgan Stanley und LuxeConsult zum Schweizer Uhrenmarkt zeigt die Top-50-Uhrenmarken sowie die Auf- und Absteiger des Jahres 2025. Eines macht der Report klar: Die Großen werden immer größer.
Rolex: Hauptsitz in Genf

Einmal im Jahr blickt die Uhrenbranche mit Spannung auf Zahlen, die kein anderer so veröffentlicht: auf die Analyse der Investmentbank Morgan Stanley und dem Schweizer Beratungsunternehmen LuxeConsult von Oliver Müller. Bereits zum neunten Mal untersucht dieser Report die Entwicklung der Uhrenindustrie und listet die 50 umsatzstärksten Uhrenmarken auf Basis von Schätzungen auf.

Die Zahlen für 2025 sind besonders aussagekräftig. Denn für 2023 hatte der Report noch Rekordumsätze gemeldet, für 2024 bilanzierte er dann eine Abschwächung. Der neue Bericht unterstreicht diesen Trend und macht einen weiteren Aspekt deutlich: ​​die starke Polarisierung des Marktes. Das offenbart sich an einem schlichten Fakt: Die vier führenden Marken – Rolex, Cartier, Audemars Piguet und Patek Philippe – vereinen mehr als 50 Prozent des gesamten Schweizer Uhrenmarktes auf sich.

Weniger Uhren, höhere Preise

Insgesamt zeigt der Bericht auch, dass sich der Schweizer Uhrenmarkt verkleinert – er schrumpft bereits das zweite Jahr in Folge; die Exporte sanken wertmäßig um 1,7 Prozent. Ein anhaltender Trend, denn der Bericht macht auch offenbar, dass sich das Branchenvolumen seit 2011 mehr als halbiert hat.

Gleich geblieben aber ist die Führungsriege, die nach geschätzten Umsatzzahlen ermittelt wird: Demnach wird der Markt von sechs Marken dominiert. Der Report listet Rolex, Cartier, Audemars Piguet, Patek Philippe, Omega und Richard Mille als stärkste Uhrenmarken auf den ersten Plätzen.

Die Top Ten der Schweizer Uhrenmarken, gemessen am Umsatz. Quelle: Morgan Stanley / LuxeConsult
Morgan Stanley / LuxeConsult
Die Top Ten der Schweizer Uhrenmarken, gemessen am Umsatz. Quelle: Morgan Stanley / LuxeConsult

Konzernmarken liegen hinten

Besonders erfolgreich erweisen sich laut Morgan Stanley und LuxeConsult die vier Marken, die sich in Privatbesitz befinden – also Rolex, Audemars Piguet, Patek Philippe und Richard Mille. Und zudem erscheinen sie recht robust bei Veränderungen des Marktes. Trotz Unsicherheiten und eines schwierigen Umfelds konnten sie sich positiv entwickeln – wenn auch mit relativ geringem Plus im Vergleich zum Jahr 2024.

Allerdings konstatiert der Report in Bezug auf Stückzahlen bei Rolex einen Rückgang um zwei Prozent, was zum ersten Mal seit über 20 Jahren der Fall sei.

Teil 2 der 50 umsatzstärksten Schweizer Uhrenmarken im Jahr 2025: Die Plätze 11 bis 30. Quelle: Morgan Stanley / LuxeConsult
Morgan Stanley / LuxeConsult
Teil 2 der 50 umsatzstärksten Schweizer Uhrenmarken im Jahr 2025: Die Plätze 11 bis 30. Quelle: Morgan Stanley / LuxeConsult

Die Verlierer

Andere Unternehmen aus der Liste der Top-50-Uhrenmarken hat es laut Report aber härter getroffen – mit einem Umsatzrückgang von mindestens 15 Prozent. Das sieht die Studie bei den Swatch-Group-Marken Longines, Swatch, Hamilton, Blancpain und Breguet sowie bei den unabhängigen Marken Girard-Perregaux und Frank Muller. Auch die Richemont-Marken Panerai und Roger Dubuis sowie die LVMH-Marke Zenith würde dieser deutliche Umsatzrückgang betreffen.

Die erfolgreichsten Marken zeigen laut Studie einen weiteren Trend: Der Markt wird immer exklusiver. Laut Report machten 2025 Uhren mit einem Preis von mehr als 50.000 Schweizer Franken insgesamt rund 37 Prozent des Werts exportierter Uhren aus, während ihr Anteil an den verkauften Stückzahlen nur 1,4 Prozent betragen hätte.

Kleine Erfolge

Neben dem Erfolg der Hersteller besonders exklusiver Kollektionen zeigt sich aber auch der Aufschwung einzelner kleinerer Marken, die im Mittelpreissegment aktiv sind; hier prophezeit man seit Jahren Probleme, doch einzelne können sich offenbar gegen den Trend stemmen.

Teil 3 der 50 umsatzstärksten Schweizer Uhrenmarken im Jahr 2025: Die Plätze 31 bis 50. Quelle: Morgan Stanley / LuxeConsult
Morgan Stanley / LuxeConsult
Teil 3 der 50 umsatzstärksten Schweizer Uhrenmarken im Jahr 2025: Die Plätze 31 bis 50. Quelle: Morgan Stanley / LuxeConsult

Solchen Erwartungen zum Trotz erweist sich zum Beispiel Frederique Constant als Aufsteiger. Mit eigenen Werken, nützlichen Komplikationen und einem klassischen Look hat es die zu Citizen gehörende Marke auf Platz 35 in dem Ranking von Morgan Stanley und LuxeConsult geschafft. Auch Raymond Weil ist demnach im Aufwind und findet sich nun auf Platz 39.

Ärger mit der Swatch Group

Der Report nennt die Swatch Group als größten Verlierer in Bezug auf Marktanteile – «zum wiederholten Mal», wie Luxe-Consult-Inhaber Oliver Müller als Kommentar bei der Veröffentlichung der Studie auf seinem LinkedIn-Account schrieb.

Statements, die die Swatch Group so nicht stehen lassen will. In einem offenen Brief, der Anfang März auf der Website der Swatch Group im Bereich Investors Space veröffentlicht wurde, weist der Konzern die Darstellung des aktuellen Branchenreports zurück und kritisiert insbesondere die aus Sicht des Konzerns mangelhafte Datenbasis der Studie: Viele der verwendeten Quellen seien nicht transparent oder überprüfbar. Zudem bemängelt die Swatch Group eine fragwürdige Methodik, denn die im Bericht genannten Zahlen würden deutlich von den tatsächlichen Ergebnissen abweichen – im Schnitt um rund 24 Prozent.

Bei der Swatch Group ist man aufgebracht, denn nach eigener Aussage könnten derartige Informationen das Vertrauen von Kunden und Handelspartnern beeinträchtigen. Einige der Aussagen seien falsch und so gravierend, dass neben kommunikativen Maßnahmen auch rechtliche Schritte in Betracht gezogen werden sollten, schreibt die Swatch Group in der öffentlichen Stellungnahme.

Text: Iris Wimmer-Olbort

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