Kudoke goes Hollywood

Detektivgeschichten

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November 2022. Gute Dinge passieren dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Zum Beispiel, wenn eine Uhr einer kleinen Uhrmachermarke eine wichtige Rolle in einem Hollywood-Film mit Star-Besetzung spielen darf.

Eine Überraschung

Im Frühsommer 2019 erhielten Stefan und Ev Kudoke eine E-Mail mit der Anfrage, ob sie wohl eine Uhr für einen Film zur Verfügung stellen könnten. Sie hielten die Mail für Spam und antworteten erst einmal nicht, doch wenige Tage später hakten die Anfrager nach und schickten Ausschnitte des Drehbuchs, in denen die Uhr vorkommen sollte – nicht nur als nette Staffage, sondern als Teil der Handlung eines Mystery-Thrillers und als wichtiger Hinweis, um einen Mörder zu überführen!

Angeblich würde schon in dem Buch, auf dem der Film basiert, der Name Kudoke explizit genannt. Kurzerhand bestellten die Kudokes das Buch Last Looks von Howard Michael Gould, und tatsächlich: auf Seite 50 steht «...his steampunkish Kudoke Skeleton....». Sie waren sprachlos und schrieben direkt an den Autor, wie er ausgerechnet auf sie gekommen war. Seine Antwort war einfach und schmeichelhaft zugleich: «When I was researching the story, I knew that I wanted a unique and specific watch, to use as an important clue. I searched on the internet, and was struck by the incredible beauty of your watches.» Es musste also eine Uhr sein, die außergewöhnlich und selten genug war, um als entscheidender Hinweis zu dienen.

So kam es also, dass eine Real Skeleton sich im Sommer 2019 auf den Weg nach Atlanta machte, wo der Film vor Hollywood-Kulisse gedreht wurde. Anfang 2020 sollte der Streifen veröffentlicht werden, eigentlich im Rahmen eines Filmfestivals. Cannes war im Gespräch, auch Toronto. Aber dann kam COVID 19, und wie auch bei vielen anderen Filmproduktionen wurde das Veröffentlichungsdatum immer wieder verschoben. Doch Anfang Februar 2022 war es dann endlich soweit und Last Looks kam offiziell in den USA in die Kinos.

Für den guten Zweck

Nachdem die Uhr vom Filmdreh zurückkam, stellte sich für Ev und Stefan Kudoke die Frage, was sie damit tun sollten. Natürlich könnte man sie als «Museumsstück» in der Manufaktur behalten, doch sie hatten eine andere Idee. Sie schrieben wieder an Howard Michael Gould. Sie wollten die Original-Filmuhr versteigern lassen und den Erlös ganz im Sinne des Filmhelden an eine Umweltorganisation spenden. Das fanden Howard Michael Gould und Charlie Hunnam so gut, dass sie ein Drehbuch-Exemplar sowie die Buchvorlage signierten, welche zusammen mit der Uhr versteigert werden soll.

Das Auktionshaus Phillips wird am 10. und 11. Dezember in New York das Bundle samt der Uhr – die Real Skeleton #0216 – meistbietend verkaufen.

Zum Inhalt des Films

In der Krimi-Komödie geht es um einen in Ungnade gefallenen ehemaligen LAPD- Detective Charlie Waldo (Charlie Hunnam), der derzeit das Leben eines Minimalisten in den Wäldern führt. Sein ruhiges Leben wird jäh unterbrochen, als er wieder als Privatdetektiv arbeitet, um den Mord an der Frau eines exzentrischen Fernsehstars Alastair Pinch (Mel Gibson) aufzuklären. Alastair ist ein ehemaliger Schauspieler, der jetzt als «Richter» in einer schäbigen Fernsehshow sein Unwesen treibt. Er ist absurd reich, oft streitsüchtig und typischerweise betrunken – eine verhängnisvolle Kombination, als Alastairs Frau tot auf dem Wohnzimmerboden gefunden wird und er sich nicht erinnern kann, was passiert ist.

Als Waldo von Wilson Sikorsky, dem Präsidenten des Fernsehsenders und seinem Auftraggeber, dem unter Mordverdacht stehenden Ehemann vorgestellt wird, fragt dieser ihn: «Haben Sie gesehen, was für eine Uhr dieser Mann trägt? Sie kostet mehr als das Haus, in dem ich aufgewachsen bin.» Und die Antwort ist: «Das ist eine Kudoke Skeleton; davon werden höchstens 35 pro Jahr gemacht.“

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Gegen Ende des Films besucht Waldo Sikorsky in seinem Büro und sagt: «Ich habe mich mal über die Kudoke Skeleton schlau gemacht. Die werden alle individuell angefertigt, keine zwei sind identisch. Die Sache ist die: Die Uhr, die er trug, sah deiner verdammt ähnlich.» Und Sikorsky antwortet: «Reiner Zufall. Diese Uhr verlässt niemals mein Handgelenk, außer wenn ich dusche oder schlafe.»

Text: Peter Braun


Mehr über Kudoke


Auszeichnung für Stefan Kudoke
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