Century Mastersphere

In einer eigenen Sphäre

Februar 2026. Zum 60. Geburtstag der Vakuum-Technologie lanciert Century ein Remake des Vacuum Chronometer und belebt die faszinierende Technologie des luftleeren Gehäuses neu.
Centurywatch Mastersphere

Als Hans Ulrich Klingenberg, Gründer der Uhrenmarke Century, Ende der 1950er Jahre an der Idee einer luftleeren Uhr arbeitete, befand sich die Welt im Aufbruch. Sputnik umkreiste die Erde, Wissenschaftler experimentierten mit Druckkammern, und Ingenieure aus den verschiedensten Bereichen argumentierten, dass Perfektion nur im Vakuum möglich sei.

Klingenberg übertrug diesen Gedanken auf die Uhrmacherei: Warum sollte ein Uhrwerk, der Inbegriff der Präzision, in Feuchtigkeit und Staub unter Druck- und Temperaturschwankungen arbeiten müssen? 1959 meldete er sein hermetisches Uhrengehäuse zum Patent an, und bereits 1966 gründete er die Vacuum Chronometer Company, die Uhren für renommierte Marken fertigte – von Waltham bis Movado, von Fortis bis Longines.

«Mein Großvater hat uns gelehrt, dass Innovation immer aus Respekt vor der Tradition entsteht», erzählt Sundar Klingenberg, CIO von Century. «Wir wollten kein Retro-Objekt schaffen, sondern ein lebendiges Erbe. Die Vacuum war nie Nostalgie – sie war immer Zukunft.»

Stilechtes Revival

Daher ist das charakteristische Erscheinungsbild der Vacuum-Uhr auch heute noch untrennbar mit ihrer technischen Konstruktion verbunden. Das Monobloc-Gehäuse (ohne separaten Boden), das Glas, die Dichtung und die Krone – alles ist so konzipiert, dass keine Luft eindringen kann. «Das Glas wird vom Unterdruck auf die Dichtung gezogen und so gehalten. Jede Uhr wird nach der Evakuierung 24 Stunden getestet, um sicherzustellen, dass der Druck stabil bleibt», erklärt Klingenberg.

Wie schon bei den ersten Modellen vor über 50 Jahren dienen die beiden Klammern bei der «12» und der «6» lediglich der Sicherheit, falls das Vakuum im Laufe der Zeit bzw. aufgrund einer Fehlbedienung der Krone verloren ginge. Aber sie sind auch Bestandteil des ikonischen Designs des Chronometers bzw. der neuen Mastersphere, ebenso wie die Zeiger: Der Sekundenzeiger ist ein einzelner feiner Stab, der Minutenzeiger doppelt ausgeführt und der kräftige Stundenzeiger dreifach. Wenn alle drei Zeiger übereinanderliegen, bilden sie eine gestufte Linie – ein minimalistisches Symbol für Synchronität.

Das feingliedrige Edelstahlband nimmt das lineare Design der Zeiger und Stundenmarker auf und verleiht dem markant kissenförmigen Gehäuse eine weitere nostalgische Note. In Qualität und Machart erinnert es an die legendären Gliederbänder von Gay Frères aus den 1960er Jahren. Nur dass es sich inzwischen dank des Quick-Change-Systems im Handumdrehen gegen ein Lederband austauschen lässt.

Präzision im luftleeren Raum

Die Vakuumuhr wurde noch vor den ersten Quarzwerken konstruiert und daher für mechanische Automatikwerke entwickelt. Das Uhrwerk befindet sich in seiner eigenen optimalen Sphäre, wie sie im Weltraum existiert. Daher auch der Name der Uhr: Mastersphere. Das mechanische Herz schlägt mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Es handelt sich um ein entsprechend überarbeitetes ETA 2837, das eigens für dieses Projekt revidiert und veredelt wurde. Die hohe Frequenz sorgt für den fast fließenden Lauf des Sekundenzeigers. Das Gehäuse der Mastersphere ist dank moderner Präzisionspumpen und fortschrittlicher Dichtungstechnik tatsächlich nahezu (99,995 %) luftleer und völlig trocken. Ohne Sauerstoff entsteht keine Oxidation, weder an Bauteilen noch in Schmierstoffen. Und die Unruh mit ihren aerodynamisch alles andere als optimalen Speichen schwingt im Vakuum viel weiter aus – so weit, dass sie mit einer viel schwächeren Spirale ausgestattet werden muss.

Die Neuauflage des legendären Vacuum Chronometer, der sich bei Uhrensammlern weltweit größter Beliebtheit erfreut und in gutem Erhaltungszustand hohe Preise erzielt, ist auf 88 Exemplare pro Zifferblattfarbe limitiert. Jede Uhr ist ein Individuum ‒ einzeln nummeriert und zertifiziert mit den gemessenen Gang- und Unterdruckwerten ‒ zum Preis von 4900 Euro.

Die Neuauflage der Century Mastersphere vereint technische Brillanz mit emotionaler Tiefe und wissenschaftliche Präzision mit ästhetischer Reinheit. Die Vakuumuhr bleibt eine Vision, geboren aus einer Idee, die ihrer Zeit immer voraus war.

Century Vakuumwatch

Die Magdeburger Halbkugeln

Magdeburger Halbkugeln

Auf den ersten Blick könnte man das Logo auf dem Zifferblatt der Mastersphere für ein stilisiertes «C» wie in «Century» halten. Es ziert die Vakuum-Modelle seit den 1960er Jahren, und tatsächlich werden hier zwei Halbkugeln stilisiert: Mit seinen Magdeburger Halbkugeln demonstrierte der deutsche Jurist und Physiker Otto von Guericke auf spektakuläre Weise die Wirkung des Unterdrucks. Guericke legte zwei Halbkugelschalen aus Kupfer mit etwa 40 cm Durchmesser so aneinander, dass sie eine Kugel bildeten. Zwischen den Kugelschalen diente ein mit Wachs getränkter Lederstreifen als Dichtung. Anschließend entzog er dem so entstandenen Hohlraum mit der – von ihm erfundenen –Kolbenpumpe über ein Ventil die Luft. Der Luftdruck, der nun nur von außen auf die Kugel wirkte, drückte diese so stark zusammen, dass sich diese selbst mit 16 Pferden nicht mehr auseinanderziehen ließ. Die Halbkugeln konnten erst wieder getrennt werden, nachdem durch das Ventil wieder Umgebungsluft zurück in die Kugel gelassen worden war. Century greift dieses Symbol auf – als Brücke zwischen Wissenschaft und Emotion. «Die Halbkugeln stehen für Zusammenhalt, für Schutz, für die unsichtbare Kraft, die Dinge bewahrt.»

Text: Branko Radovinovic
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