Das 1837 von Thierry Hermès in Paris gegründete Unternehmen spezialisierte sich auf die strapazierfähigen Lederutensilien, die vornehme Herrschaften damals zum Reisen benötigten. Dabei handelte es sich vor allem um Zaumzeug für Pferde sowie um Taschen und Koffer aus Leder. Obschon Hermès seine Produktpalette im Laufe der Zeit stark diversifizierte – Handtaschen, Foulards, Mode, Porzellan, Glas und Goldschmuck –, blieb stets ein roter Faden zur Firmengeschichte erkennbar. Auch die Produktion von Uhren, die mit der Gründung der Bieler Tochterfirma «La Montre Hermès» im Jahr 1978 auf eine feste Basis gestellt wurde, ist einfach zu erklären, da die Ateliers in Paris bereits in den zwanziger Jahren Armbänder für Uhren produzierten und dabei auch die Uhrenmode selbst beeinflussten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern von Lifestyle-Produkten lässt Hermès seine Uhren nicht einfach in Lizenz von externen Werkstätten produzieren, sondern unterhält seit über 20 Jahren eine kleine Uhrenfabrik in einem Vorort von Biel. Dass man sich vor einigen Jahren 25 Prozent der Aktien der Werkemanufaktur Vaucher in Fleurier sicherte, überraschte Insider nicht wirklich, zumal die Zusammenarbeit mit dem Parmigiani-Schwesterunternehmen zwei Jahre zuvor begonnen hatte und laufend intensiviert wurde. Damit sitzt La Montre Hermès nun direkt an der Quelle für erstrangige Uhrwerke und kann sein Angebot an Uhren entsprechend erweitern.
In Zusammenarbeit mit externen Konstrukteuren entstehen interessante kleine Komplikationen, so zum Beispiel außergewöhnliche Zeigerwerke mit verschiedenen Geschwindigkeiten, anhaltbaren Zeigern, faszinierenden Mondphasenanzeigen oder charmanten Countdown-Funktionen, die etwa die letzte Stunde vor einem Rendezvous begleiten. In diesem Jahr präsentierte Hermès eine bezaubernde Zeitzonenuhr mit umlaufendem kleinem Zifferblatt vor einer Fantasie-Weltkarte.