Trendsetter 2018

Komplizierte Gleichung

«Anton» heißt das Überraschungs-Erfolgsmodell von Lang und Heyne, denn dass das Publikum eine rechteckige Uhr so euphorisch annehmen würde, hätte letztes Jahr niemand gedacht – weil Rechteckuhren (mit Ausnahme der Reverso) bei den Herren nun einmal nicht so hoch im Kurs stehen.
Vorne großes Tourbillon, hinten großes Theater: Lang & Heyne Anton mit Fliegendem Tourbillon und Kloben-Formwerk.

Die haben aber auch in den seltensten Fällen ein so außergewöhnlich konstruiertes und finissiertes Klobenwerk wie Anton, und so standen sehr schnell die inneren Werte im Vordergrund – das Rechteckgehäuse bildet nur den passenden Rahmen. Auf vielfachen Wunsch schiebt Firmengründer Marco Lang nun ein Tourbillon nach, weil die nach oben versetzte Hauptzeigerachse über der «6» schön viel Platz lässt. Ursprünglich für eine große «Kleine Sekunde», nun also auch für ein Tourbillon, fliegend gelagert, nach alter sächsischer Sitte.

Carl F. Bucherer profiliert sich mit dem Manero Tourbillon Double Peripheral als Meister des Ringrotors.

Gar schwebend gelagert ist das Tourbillon im neuen Flaggschiff der Manero-Kollektion von Carl F. Bucherer. Die Manufakturmarke, die in diesem Jahr ihr 130. Jubiläum feiert, hat sich vor zehn Jahren mit der Manero Peripheral bzw. ihrem Uhrwerk vom Kaliber CFB1000 ein Denkmal gesetzt: als Marke, der es gelungen ist, den nabenlosen Rotor zur Alltagsreife zu bringen.

In dieselbe Kerbe schlägt das Jubiläums-Tourbillon, das ebenfalls über einen peripher (d. h. um den Werkumfang) angeordneten Ringrotor aufzieht und auch die Kraftübertragung zum fliegend gelagerten Tourbillon, dessen Käfig für den Betrachter unsichtbar von drei Keramikkugellagern gestützt wird. Das Manero Tourbillon Double Peripheral ist außerdem als eines der wenigen Tourbillons auf dem Markt von der COSC als Chronometer zertifiziert.

Bleiben wir noch einen Moment bei Tourbillons: Unter dem geheimnisvollen Namen «Tête de Vipère» (Vipernkopf) lanciert TAG Heuer eine Monaco mit Tourbillon zu Ehren der Chronometerprüfstelle im Observatorium von Besançon. Dessen höchste Auszeichnung war eine Punze mit dem Abbild eines Vipernkopfes, die erst 2005 wiedereingeführt wurde. Seither wurden nur rund 500 Uhren «mit der Viper gepunzt» – und nun noch 155 Exemplare der «Tête de Vipère», deren besonderes Merkmal ein nachtblaues Keramikgehäuse ist.

Longines düpiert den Wettbewerb mit einem Jahreskalender für unter 2000 Euro.

Auf den ersten Blick sieht die Longines Master Annual Calendar völlig harmlos aus – bis der Betrachter gewahr wird, dass das Fenster links neben dem Datum ja gar nicht den Wochentag, sondern den Monat zeigt. So ein Jahreskalender ist eine praktische Sache, denn sein Datum muss nur Ende Februar einmal manuell nachgestellt werden – die anderen Monatslängen «weiß» er auswendig.

Wir mochten die Komplikation, weil sie fast so intelligent ist wie ein Ewiger Kalender, aber deutlich preiswerter. Und nun kommt der neue Annual Calendar von Longines, und der ist noch einmal viel, viel preiswerter als die anderen Jahreskalender: Unter 2000 Euro soll die Uhr kosten!

Eine sehr anmutige «kleine Komplikation» ist die Globetrotter von Arnold & Son, deren hochgewölbtes Zifferblattzentrum die Erde zeigt – vom Nordpol aus betrachtet.

Da es sich um eine Scheibe handelt, die sich in 24 Stunden einmal dreht, lässt sie sich ausgezeichnet als Weltzeitanzeige verwenden (16.500 Euro in Edelstahl).

Mit einer Pendelschwungmasse im Stil der ersten «Automatik»-Taschenuhren und der sogenannten «Hammerautomaten» aus den 1950er und 1960er Jahren schreibt Moritz Grossmann wieder einmal ein Kapitel moderner Uhrengeschichte mit dem Federkiel. Der beidseitig wirkende Hammeraufzug der Atum Hamatic soll eine hohe energetische Effizienz haben und bei sanften Bewegungen und bereits geringer Schwungweite eine nahezu verlustfreie Kraftübertragung sicherstellen.

Eine sehr schön ausgeführte Kombination der springenden Stundenanzeige mit einem retrograden Minutenzeiger und einem fliegend gelagerten Tourbillon präsentiert Blancpain in der Kollektion Villeret. Neben der bemerkenswerten Tourbillon-Konstruktion, die seit nunmehr dreißig Jahren ein Erkennungsmerkmal der Marke ist, zeichnet sich das Tourbillon Volant Heure Sautante Minute Rétrograde durch ein komplett guillochiertes Uhrwerk sowie ein handgearbeitetes Zifferblatt aus Emaille «Grand Feu» aus.

Und dann war da noch am Messestand der Marke Jaquet Droz eine skelettierte Version der typischen «Grande Seconde»-Armbanduhr zu sehen, die anlässlich des 280. Jubiläums der Marke präsentiert wurde. Die Grande Seconde Skelet-One eröffnet mit ihrer auf die Spitze getriebenen Filigranarbeit eine neue Dimension der Skelettierkunst!




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