Trendsetter 2018

Männerspielzeuge

Uhrenhersteller tun sich oft schwer mit der Erschließung neuer Zielgruppen (Stichwort: junge Leute), aber bei der Pflege ihrer Freundeskreise (Stichwort: ältere Männer) beweisen sie in der Regel großes Geschick.
Chronoswiss feiert 30 Jahre Régulateur mit dem «Open Gear».

Chronoswiss versucht im 30. Jubiläumsjahr des Régulateur diese Lücke zu schließen, indem sie den Klassiker der Marke – die in diesem Jahr übrigens ihr 35. Gründungsfest feiert – in verschiedenen modernisierten Versionen anbietet. Im Zentrum der Offensive steht die «Open Gear»-Technik, d.h. die von Designer-Konstrukteur Maik Panziera samt Lagerkloben sichtbar auf das Zifferblatt verlegten Räder zum Antrieb des unter die «12» gewanderten Stundenzeigers. Eigentlich ist es ja auch gar kein Zifferblatt, sondern die Rückseite der Hauptplatine, denn die Zeiger bestreichen nur schmale Skalenkreise.

Auch MeisterSinger möchte bei den großen Jungs mitspielen und bietet ihnen eine ganze Serie bekannter Modelle im schwarzen PVD-Gehäuse an, wie zum Beispiel die Nr. 3 Automatik, den Perigraph, die Salthora Meta oder die Circularis mit Gangreserveanzeige. Die Preise der «Blackline» unterscheiden sich nur wenig von denen der klassischen Modelle, doch mit schwarzen Gehäusen und Zifferblättern sowie braunen Rindlederbändern pflegen sie einen gänzlich anderen Look.

Zifferblattdetail des neuen Aquanaut-Chronographen (Ref. 5968A) von Patek Philippe

Trotz ihrer inzwischen zwanzig Jahre ist die Aquanaut noch immer die «jugendliche» Linie der Manufaktur Patek Philippe. Nun wird die Modellfamilie erstmals um einen Chronographen bereichert, der sich auf den ersten Blick gar nicht als ein solcher zu erkennen gibt, weil seine beiden Register in einem gemeinsamen Totalisator bei der «6» zusammengefasst sind. Das Kaliber CH 28-520 C verfügt über eine Flyback-Schaltung und kombiniert die klassische Schaltradsteuerung mit einer modernen vertikalen Scheibenkupplung. Da diese Kupplung nahezu verschleißfrei arbeitet, kann der zentrale Chronographenzeiger auch als laufende Sekunde benutzt werden. Das macht ein weiteres Hilfszifferblatt mit Kleiner Sekunde überflüssig. Dank der Flyback-Funktion kann der Nutzer jederzeit von der Chronographenfunktion zur laufenden Sekunde wechseln, mit der Möglichkeit, den zentralen Sekundenzeiger mittels Sekundenstopp auf ein Zeitsignal abzustimmen. Der Aquanaut Chronograph wird mit zwei anschmiegsamen Kunststoffbändern geliefert, eines davon in Orange!

Auch der eigentlich längst zur Ikone gewordene Chronograph Tazio Nuvolari von Eberhard & Co. muss auf seine alten Tage noch einmal ins Fitness-Studio und ein paar Millimeter im Durchmesser (jetzt 43 in der Version Grande Taille) zulegen. Das Emblem des einst schnellsten Rennfahrers der Welt – das langsamste Tier der Welt: die Schildkröte – ziert bei der neuen Nuvolari Legend ein im Stil der dreißiger Jahre gehaltenes Zifferblatt mit markanter schneckenförmiger Tachymeterskala.
Porsche Design hat im letzten Jahr mit dem Monobloc Actuator nicht nur die Porsche-, sondern auch endlich einmal wieder die Design-Fans begeistert: Die Drückermechanik unter einer wippenförmig beweglichen Gehäusewange zu verstecken, die gleichzeitig den Bedienkomfort großer Flächendrücker bietet, ist eine fabelhafte Leistung. Nun gibt es den außergewöhnlichen Chronographen auch in einer Flyback-Version mit einem auf einer Valjoux-Bodengruppe aufgebauten eigenen «Werk 01.200» (ab Juni, 6250 Euro).

Mit einer Hommage an die hellblau lackierten Rennwagen des Gulf Racing Teams aus den 1970er und 1980er Jahren belebt TAG Heuer die Monaco-Kollektion und zielt damit natürlich wieder einmal auf die Fangemeinde von Steve McQueen, doch der Hintergrund ist ein anderer: TAG Heuer gab auf der BASELWORLD die Kooperation mit der heute noch existierenden Gulf Oil International bekannt – als Schmierstoffpartner? Oder doch eher als Logo-Leiher …

Detail der Bamford-Monaco von TAG Heuer im Karbongehäuse.

Aus ganz anderem Material geschnitzt ist die Kooperation mit dem Bamford Watch Department – genauer gesagt aus gesinterter Karbonfaser. Der für seine geschwärzten Rolex-Gehäuse bekannte englische Uhrendesigner George Bamford hat für TAG Heuer eine Monaco mit schwarz marmoriertem Karbongehäuse und Chronographenzählern in Schwimmbadblau entworfen, die nur in den TAG-Heuer-Boutiquen und auf Online-Plattformen in bestimmten Ländern erhältlich sein wird.

Die Farbe Schwarz spielt auch für Omega eine große Rolle, denn sie symbolisiert in der Speedmaster «Dark Side of the Moon Apollo 8» die dunkle, stets der Erde abgewandte Seite des Mondes. Mit den Worten «Wir sehen uns wieder auf der anderen Seite» verabschiedete sich der Kommandant von Apollo 8 im Dezember 1968 von der NASA-Zentrale in Houston, denn bei der ersten Umrundung des Erdtrabanten war für einige Minuten der Funkkontakt unterbrochen. «We’ll see you on the other side» steht auch auf dem Gehäuseboden der Sonderedition, die mit einem von Hand bearbeiteten Handaufzugswerk (Omega Kaliber 1869) ausgestattet ist. Die geschwärzten Werkoberflächen sind in einem aufwendigen Verfahren mit mikrofeinen Kratern versehen, die unter der Lupe tatsächlich aussehen wie «The Dark Side of the Moon».




Schon gewusst? Grün ist das neue Blau

Voll im Trend liegt New Vintage

Der diskrete Charme der Bourgeoisie: Flach und Elegant

Für etwas höhere Ansprüche: Komplizierte Gleichung

Kopfüber in den Sommer 2018: Abgetaucht

Herrenuhren von schlichter Eleganz finden Sie hier: Modern Times

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