Ablesbarkeit

Kann diese Uhrzeit stimmen?

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Franck Muller Vanguard «Crazy Hours» Blackbadge Limited Edition

Kommen wir zum Abschluss zu einer Spielart der Armbanduhr, die aus purer Lust an der Irreführung des Betrachters die wahre Uhrzeit verschleiert. Franck Muller verwendet für seine Uhren der Linie Crazy Hours ein spezielles Zeigerwerk-Modul, das den Stundenzeiger alle 60 Minuten scheinbar völlig erratisch über das Zifferblatt zucken lässt: Die Stundenmarker drängen sich in bunter Reihe um das Zifferblatt, und so lässt die Zeigerstellung keinerlei Rückschlüsse auf die Uhrzeit zu.

Maurice Lacroix Aikon Mercury

Noch perfider sind die Mechanismen von Hermès und Maurice Lacroix, welche die Uhrzeit nur ihrem Träger offenbaren und dem neugierigen Sitznachbarn eine lange Nase drehen. Beim Modell Aikon Mercury von Maurice Lacroix baumeln Stunden- und Minutenzeiger wie abgetrennte Gliedmaßen übers Zifferblatt und fallen erst in ihre richtige Position, wenn der Uhrenträger sein Handgelenk vors Gesicht führt.

Hermès Arceau «Le Temps Suspendu»

Bei der Arceau «Le Temps Suspendu» von Hermès werden die Zeiger auf Knopfdruck «geparkt» – in einer Position, die man eigentlich nicht ablesen kann: Der Stundenzeiger steht knapp vor der «12», der Minutenzeiger auf eine Minute nach der vollen Stunde. Auf erneuten Druck springen sie aus ihrer «Park-Position» ohne Zögern wieder auf die korrekte Uhrzeit, die zwischenzeitlich im Hintergrund weitergeführt wurde. Hinter dieser amüsanten Funktion steckt jede Menge ausgeklügelter Uhrwerktechnik. Die «Le Temps Suspendu» ist viel komplizierter, als man glauben möchte – «im Grunde so komplex wie zwei Schleppzeiger-Chronographen», bestätigt Konstrukteur Jean-Marc Wiederrecht, der das Uhrwerk für Hermès in seiner Firma Agenhor entwickelte und auch produziert.

Hermès Dressage «L'Heure Masquée»

Das Hermès-Modell «L’Heure Masquée» behandelt die aktuelle Uhrzeit wie ein kleines Geheimnis und lüftet den Schleier erst, wenn der Träger darum bittet. Die außergewöhnliche Komplikation wird im Gehäuse der Linie Dressage präsentiert, deren Zifferblatt über 12 arabische Ziffern in kleinen runden Pastillen verfügt, ganz im Stil des 19. Jahrhunderts. Der Blick auf die Uhr am Handgelenk zeigt nur einen einsamen Minutenzeiger in der korrekten, der aktuellen Uhrzeit entsprechenden Position. Allein: Die Uhr verschweigt die Stunde, die zu dieser Minutenanzeige gehört! Um sich anzeigen zu lassen, welche Stunde es zuletzt geschlagen hat, muss man einen Drücker in der Aufzugskrone betätigen, und der Stundenzeiger schwenkt unter dem Minutenzeiger an seine richtige Position hervor. Allerdings nur, solange man den Taster gedrückt hält: Nach dem Loslassen zieht sich der Stundenzeiger wieder unter den Minutenzeiger zurück.

Mehr aus dem Feature


Teil 1: Fehlanzeige


Teil 2: Wie bzw. wo liest man die ab?


Teil 3: Licht und Schatten


Teil 4: Welches sind bitte die Zeiger?


Teil 5: Too much information

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