Ablesbarkeit

Wie bzw. wo liest man die ab?

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Konstantin Chaykin «Minions»

Uhren, deren Zeigerpositionen sich von dem erlernten Muster unterscheiden, stellen den unvorbereiteten Ableser vor Schwierigkeiten. Zum Beispiel bei den Modellen des russischen Uhrmachers Konstantin Chaykin, bei denen Clownsgesichter oder Minions mit den Augen rollen, um die Zeit anzuzeigen: Der Stundenindex rotiert mit der linken Pupille, die Minuten mit der rechten. Es dauert einen Moment, bis man das verinnerlicht hat.

Reservoir «Le Mans»

Dasselbe gilt für die Springende Stunde von Reservoir, die in einem unscheinbaren Fenster in der unteren Zifferblatthälfte als zweistellige Digitale erscheint. Der Minutenzeiger bestreicht nur einen 270-Grad-Skalenbogen und schnellt am Ende seines Weges wieder an den Ausgangspunkt zurück. «Retrograd» nennt man diese Art der Anzeige, deren Ablesbarkeit in vorliegendem Fall noch dadurch erschwert wird, dass die Skala nur 6 Minuten anzuzeigen scheint – es sind aber in der Tat 60.

Manuel Neuhaus «Double Speed»

Manuel Neuhaus verwendet bei seiner Einzeigeruhr konsequent zweistellige Ziffern, und dennoch muss man genau hinsehen, um die Uhrzeit abzulesen. Während ein einzelner 24-Stunden-Zeiger völlig logisch die Dauer eines Tages visualisiert, ließe sich die Position eines einzelnen 12-Stunden-Zeigers zumindest aufgrund unserer Sehgewohnheiten auf einen Blick interpretieren. Der Stundenzeiger der Neuhaus Double Speed dreht sich jedoch einmal in 6 Stunden und entzieht sich somit nachdrücklich jeder Ableselogik.

Bell & Ross BR 03-92 «Red Radar»

Apropos: Auch bei der im letzten Sommer präsentierten Red Radar von Bell & Ross ist die Zeitanzeige nicht ohne Weiteres zu erkennen. Schon die Identifikation der beiden «Zeiger» ist wegen des kräftigen Rotstichs von Glas und Zifferblatt nicht ganz einfach. Schwerer wiegt jedoch der Umstand, dass die auf Scheiben montierten Flugzeug-Silhouetten sich auf den falschen Umlaufbahnen bewegen: die Stunden außen, die Minuten innen, der Sekundenzeiger (als Radarstrahl) ganz innen. Logisch: In dieser Reihenfolge stecken die Zeigerrohre im Uhrwerk ineinander, das langsamste außen, das schnellste ganz innen. Aber so funktioniert die analoge Zeitanzeige nun einmal leider nicht: Der Minutenzeiger müsste der lange sein, und der Stundenzeiger der kurze.

Mehr aus dem Feature


Teil 1: Fehlanzeige


Teil 3: Licht und Schatten


Teil 4: Welches sind bitte die Zeiger?


Teil 5: Too much information


Teil 6: Kann diese Uhrzeit stimmen?

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