Neue Tourbillons aus Deutschland und der Schweiz

Tourbillon vs. Drehgang

Breguet Classique Tourbillon Extra-Plat Automatique, Ref. 5367, Automatikwerk Kaliber 581, Ø 35,2 mm, Höhe 3 mm, 33 Steine, nabenloser Peripherrotor, Minutentourbillon, Gangreserve 80 Std.; Gehäuse Ø 42 mm, Höhe 7,45 mm, wahlweise in Roségold oder Platin erhältlich. Glashütte Original Senator Tourbillon Edition Alfred Helwig, Automatikwerk Kaliber 94-03, Ø 32,2 mm, Höhe 7,65 mm, 50 Steine, fliegend gelagertes Minutentourbillon, Panoramadatum; Gehäuse Ø 42 mm, limitierte Auflage von 25 Exemplaren in Weißgold.

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Das gilt auch für zwei Firmen innerhalb eines Konzerns, wie die als Vorpremiere auf die BASELWORLD 2018 enthüllten neuen Tourbillon-Modelle von Breguet und Glashütte Original illustrieren.

Beide sind mit modernen Automatikwerken ausgerüstet, wobei das Breguet-Kaliber mit seinem quasi um das Werk rotierenden nabenlosen Rotor nur 3 mm hoch baut – die komplette Uhr ist dadurch flacher als das Uhrwerk der «Alfred Helwig», das dafür mit einem nur fliegend (d. h. einseitig) gelagerten Tourbillon aufwarten kann, eine echte Glashütter Spezialität.

Das neue Breguet Classique Tourbillon Extra-Plat Automatique gibt sich auf den ersten Blick völlig schlicht. Keine Rille, kein Muster stört die tiefglänzende weiße Fläche des Emaille-Zifferblatts, das bei extrem hohen Temperaturen gebrannt wurde – «Grand Feu» nennen es die frankofonen Schweizer, wobei die reklamierten Temperaturen von über 1000 °C auf Keramik statt Gold als Basismaterial hinweisen.

Der handgemalte Stundenkreis wird zwischen der «3» und der «7» von einer Öffnung für das Tourbillon durchbrochen, und erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass die Zeigerachsen einige Millimeter in Richtung der «11» verschoben sind. Diesen optischen Trick hat Abraham-Louis Breguet schon bei seinen Taschenuhren angewendet, um seine Erfindung von 1801 in besseres Licht zu rücken.

Die Erfindung von Alfred Helwig ist erheblich jünger: 1920 stellte der profilierte Uhrenkonstrukteur und Oberlehrer der Deutschen Uhrmacherschule in Glashütte einen nur einseitig gelagerten Tourbillonkäfig vor, der ohne störende obere Brücke scheinbar schwerelos im Raum rotiert und die hin und her schwingende Unruh in ihrer vollen Pracht präsentiert.

Das neue Senator Tourbillon Edition Alfred Helwig gibt sich geradlinig und symmetrisch: Dem Tourbillon exakt gegenüber ist das große Panoramadatum platziert, das seit nunmehr 20 Jahren als charakteristisches Markenzeichen der Manufaktur Glashütte anzusehen ist. Bei aller formalen Strenge erlaubt sich das Zifferblatt der auf 25 Exemplare in Weißgold limitierten Editionsuhr doch ein kleines Augenzwinkern: Anstelle der «1» ist auf dem silbern grainierten Zifferblatt die individuelle Limitierungsnummer ausgeschrieben.

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